SpOn 27.11.2025
09:30 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekennt sich zu deutscher Schuld beim Angriff auf Guernica


Bei seinem Staatsbesuch in Spanien bezeichnete Bundespräsident Steinmeier den Luftangriff auf Guernica als deutsches Verbrechen. Er ist das erste deutsche Staatsoberhaupt, das die baskische Stadt besucht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekennt sich zu deutscher Schuld beim Angriff auf Guernica

Bei seinem Staatsbesuch in Spanien hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur deutschen Schuld beim Luftangriff auf die baskische Stadt Guernica bekannt. »Dieses Verbrechen haben Deutsche begangen«, sagte Steinmeier am Mittwochabend bei einem vom spanischen König Felipe VI. ausgerichteten Staatsbankett im Königlichen Palast in Madrid. Das Manuskript liegt der Nachrichtenagentur AFP vor.

Die Deutschen dürften nicht vergessen, was damals in Guernica vorgefallen ist, betonte Steinmeier: »Guernica ist eine Mahnung, für Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte einzutreten.«

Während des Spanischen Bürgerkriegs hatte der deutsche Luftwaffenverband »Legion Condor« Guernica am 26. April 1937 in Schutt und Asche gelegt. Bei dem Luftangriff wurden Hunderte Menschen getötet. Adolf Hitler hatte die Jagdflugzeuge und Bomber zur Unterstützung des rechten Putschgenerals und späteren Diktators Francisco Franco nach Spanien geschickt.

Als erstes deutsches Staatsoberhaupt in Guernica

Der Angriff auf die Stadt sorgte international für Entsetzen und wurde zum Symbol für eine grausame, gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Kriegsführung. Der Maler Pablo Picasso hielt das Grauen in seinem berühmten Werk »Guernica« für die Ewigkeit fest. Am Mittwoch besuchten Steinmeier und seine Ehefrau Elke Büdenbender das Museum Reina Sofía in Madrid und ließen sich das Gemälde von Picasso zeigen.

Am Freitag wird der Bundespräsident als erstes deutsches Staatsoberhaupt die Stadt Guernica besuchen. Dieser Besuch liege ihm besonders am Herzen, sagte Steinmeier am Mittwochabend beim Staatsbankett im Königspalast.

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König Felipe VI. und Königin Letizia werden den Bundespräsidenten dabei begleiten. Dass er die baskische Stadt an der Seite des Königs und der Königin besuchen darf, zeigt für Steinmeier: »Welch langen Weg wir seitdem gemeinsam gegangen sind. Ein Weg, der über Erinnerung und Versöhnung in eine gemeinsame Zukunft führt.«

Erst zum 60. Jahrestag der Bombardierung Guernicas hatte sich 1997 der damalige Bundespräsident Roman Herzog zu einer »schuldhaften Verstrickung deutscher Flieger« bekannt und die Bewohner von Guernica um »Versöhnung« gebeten.

dtt/AFP