SpOn 17.01.2026
11:41 Uhr

Bundesliga: Werder-Bremen-Fans verspotten Sportchef bei Remis gegen Eintracht Frankfurt


In einem wilden Bundesligaspiel kassiert die Eintracht drei Gegentore – holt gegen Bremen aber noch einen Punkt. Die Kritik am Trainer mindert das nicht: Die Werder-Fans protestieren gegen ihren eigenen Sportchef.

Bundesliga: Werder-Bremen-Fans verspotten Sportchef bei Remis gegen Eintracht Frankfurt

Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt hat bei Werder Bremen spät einen Punkt gerettet, muss aber weiter auf seinen ersten Sieg im neuen Fußballjahr warten. Die defensiv so anfällige Mannschaft von Trainer Dino Toppmöller kam zum Rückrundenauftakt in der Bundesliga zu einem 3:3 (1:1) bei Werder Bremen. Ansgar Knauff (90.+4) erzielte für die Frankfurter den späten Ausgleich.

Neuzugang Arnaud Kalimuendo brachte die Frankfurter vor 41.800 Zuschauerinnen und Zuschauern nach nicht einmal 60 Sekunden mit seinem Premierentor für die Eintracht in Führung. Justin Njinmah (29. Minute) glich noch vor der Halbzeit für die Gastgeber aus. Den Frankfurter Treffer von Nnamdi Collins (56.) konterten Jens Stage (78.) und kurz darauf Jovan Milosevic (80.). Knauff sorgte für den Endstand.

Werder tritt auch im neuen Jahr weiter auf der Stelle und hat nun sieben Partien in Serie nicht gewonnen. Bei den Bremer Profis herrschte nach dem Spiel großer Frust – ebenso auf den Rängen. Dort war Werder-Sportchef Clemens Fritz wegen seiner Fehleinschätzung bei der Regelung für Leihspieler Ziel des Spotts von Anhängern. Fans hatten ein Spruchband mit der Aufschrift »Fritz verleihen« im Weserstadion aufgehängt.

Der Protest im Stadion war den Verantwortlichen nicht entgangen. »Ich habe das gesehen. Letztendlich muss man sagen, dass die Fans alles zeigen dürfen, was sie wollen, dass sie ihre freie Meinung haben dürfen«, sagte der Leiter Profifußball Peter Niemeyer. Damit könne man umgehen.

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Fritz hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, die Leihregeln der Deutschen Fußball Liga (DFL) falsch eingeschätzt zu haben. »Es war ein internes Missverständnis. Das darf uns nicht passieren, da ziehe ich mir auch den Hut auf«, sagte er vor dem Anpfiff gegen Frankfurt dem Sender Sky erneut. Niemeyer zog sich ebenfalls nicht aus der Verantwortung. »Das ist ganzheitlich zu sehen«, betonte er. »Es ist in jedem Fall nicht nur einer.«

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dpa

Doch auch bei Gegner Frankfurt kriselt es, der glückliche Ausgleich in der Nachspielzeit konnte Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche nicht besänftigen. Der 45-Jährige mochte in Bremen kein uneingeschränktes Bekenntnis mehr zu Cheftrainer Dino Toppmöller geben.

Der Antwort auf die Frage, ob es mit Toppmöller weitergehe, wich er aus. »Wir besprechen das jetzt. Wir müssen die Themen angehen und müssen sehen, dass wir solche Leistungen nie wieder zeigen«, sagte er stattdessen.

Toppmöller war sich seiner Situation bewusst. Von einem Wendepunkt für ihn wollte der Coach aber nicht sprechen. »Das Gefühl habe ich nicht«, sagte er. »Am Ende geht es nicht darum, was ich für ein Gefühl habe. Ich glaube, dass wir alle nicht zufrieden sind.«

Aus den vergangenen sieben Bundesligaspielen holte die Eintracht nur einen Sieg. Zu wenig für die eigenen Europapokal-Ansprüche. Dazu kamen massive Defensivprobleme, die auch in Bremen sichtbar wurden. In den ersten drei Punktspielen des Jahres kassierten die Frankfurter neun Gegentore. Ob es für Toppmöller, der 2023 bei der SGE unterschrieb und den Klub zuletzt in die Champions League führte, weitergeht, scheint derzeit offen.

ngo/dpa