SpOn 25.11.2025
18:07 Uhr

Bundesliga: Proteste der Ultras und Fans senden ein starkes Signal an DFB und DEL


Das Schweigen der deutschen Fußballfans dauerte nur zwölf Minuten. Aber der Stimmungsboykott hat Eindruck hinterlassen. Und unüberhörbare Signale an DFL und DFB gesendet.

Bundesliga: Proteste der Ultras und Fans senden ein starkes Signal an DFB und DEL

Es hätte ein klassisches Eigentor sein können. Anhänger von Eintracht Frankfurt zündeten am vergangenen Samstag Pyrotechnik, schossen Leuchtraketen auf das Spielfeld und in die Zuschauerbereiche. Nach Schlusspfiff verbrannten sie Banner, schwarzer Rauch stieg in den Kölner Abendhimmel: Bilder, die dafür gemacht waren, Fanrechte einzuschränken, zulasten der Fankultur.

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Doch hängen blieb nach diesem Spieltag etwas anderes: die zwölfminütige Stille zu Beginn der Spiele in nahezu allen Stadien. Warum zwölf Minuten? Fans verstehen sich als 12. Mann; 2012 hatte es zudem schon mal einen zwölfminütigen Stimmungsboykott wegen geplanter Sicherheitsauflagen gegeben.

Diesmal war das Schweigen so laut, dass es nicht zu überhören war.

Vor etwas mehr als anderthalb Jahren feierten deutsche Ultras, diese Präzisierung ist wichtig, einen riesigen Erfolg. Wochenlang flogen Tennisbälle auf die wichtigsten Rasenflächen der Republik, am Ende blies die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Einstieg eines Investors ab. Die Absage hat die Ultras selbstbewusst gemacht. Das muss nicht zwingend etwas Gutes bedeuten. Aktuell tut es das.

Wenn in der kommenden Woche die Innenminister tagen, wären einige Politiker bereit, den Bogen zu überspannen: personalisierte Tickets, umfassende Überwachung via Gesichtserkennung, eine bundeseinheitliche Stadionverbotskommission – so sehen die Forderungen aus.

Doch die Proteste sowie die Fandemonstration am 16. November haben DFL und DFB alarmiert, eine Aufweichung der politischen Ideen ist sehr wahrscheinlich. Denn eines ist klar: Stadionbesuche in Deutschland sind sicher.

Es ist nur Fußball. Doch wenn der Protest klug ist und Rivalitäten ausblendet, sendet er starke Signale.

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