Borussia Dortmund hat das Jubiläum von Trainer Niko Kovac dank des Doppeltorschützen Serhou Guirassy gewonnen und den Ausrutscher von Bayern München genutzt. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt sah der Trainer allerdings ein mühevolles 3:2 (1:1) gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Heidenheim, durch das der BVB den Rückstand auf den Rekordmeister auf sechs Punkte verkürzte. Die Münchner hatten am Vortag 2:2 beim Hamburger SV gespielt.
Wie so oft in der Liga unter Kovac spielte Dortmund zunächst sehr verhalten. Kurz vor der Pause erzielte Waldemar Anton (44.) das 1:0 für den BVB, doch Julian Niehues (45.+4) glich aus und erzielte kurz nach der Pause auch das 2:1 (48.). Der seit Wochen schwächelnde Guirassy (68., Handelfmeter, 70.) drehte das Spiel dann mit einem Doppelschlag. Einen Hattrick verpasste der Stürmer, er verschoss einen weiteren Elfmeter (85.).
Kovac, der seit dem 2. Februar 2025 beim BVB ist und das Team vor allem defensiv stabilisiert hat, verfolgte das Spiel meist mit verschränkten Armen in seiner Coachingzone. In den vergangenen Wochen hatte sich der BVB dank stabiler Abwehr oft auf seine individuelle Überlegenheit verlassen können. Spielerisch glänzte Dortmund aber nur selten, und das war auch gegen die verunsicherten Heidenheimer zu sehen.
Guirassy antwortet auf Niehues
Das Spiel nahm in der ersten Hälfte erst spät Fahrt auf, Guirassy, dem Kovac jüngst nochmals Mut zugesprochen hatte, traf aus der Drehung die Latte (38.). Dann jubelte die Borussia nach einer Ecke: Anton staubte ab, nachdem Torhüter Diant Ramaj – vom BVB an den FCH verliehen – den Ball fallengelassen hatte. Heidenheim beschwerte sich, vor allem weil bei einer ähnlichen Szene auf der Gegenseite zuvor anders entschieden worden war. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck hatte einen Treffer von Patrick Mainka (25.) nicht anerkannt, weil der Heidenheimer Kapitän Torhüter Gregor Kobel angerempelt hatte.
Die Gäste schüttelten sich kurz und kamen durch Niehues noch vor der Pause zum 1:1. In der Entstehung war Dortmunds Filippo Mané verletzt zu Boden gestürzt, für den jungen Italiener ging es nicht weiter. Niklas Süle kam für ihn aufs Feld.
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Beim 1:2 sah Süle wie die gesamte Defensive schlecht aus. Einen schnellen Konter schloss Niehues stark ab. Eine Reaktion des BVB blieb zunächst aus, Kovac versuchte es daher mit den frischen Maximilian Beier und Carney Chukwuemeka (58.). Nur Sekunden davor hätte Marvin Pieringer (57.) die nächste Heidenheimer Großchance vergeben.
Dortmund mühte sich um eine Antwort und nutzte Niklas Dorschs Handspiel im Strafraum eiskalt aus. Nach dem Ausgleich überrollte der BVB die Gäste, vor allem Guirassy wirkte wie gelöst. Der Stürmer holte den zweiten Elfmeter heraus, diesen chippte der Guineer aber in die Südkurve. Der BVB musste weiter zittern. Arijon Ibrahimovic (90.+2) und Mikkel Kaufmann (90.+6) verpassten den Ausgleich jeweils aus kurzer Distanz.
Zumindest tabellarisch ist die Welt in Dortmund in Ordnung. Nach dieser Leistung überwiegen allerdings die Zweifel, dass der BVB den Bayern in der Bundesliga tatsächlich gefährlich werden kann. Zum direkten Duell kommt es am 24. Spieltag, dann empfangen die Dortmunder die Münchner im Westfalenstadion.
