SpOn 05.03.2026
12:18 Uhr

Bundesbank schreibt erneut Milliardenverlust


Die Bundesbank hat zum zweiten Mal seit 1979 Miese gemacht. Immerhin hat sie den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr auf rund 8,6 Milliarden Euro etwa halbieren können.

Bundesbank schreibt erneut Milliardenverlust

Die Bundesbank steckt nicht mehr ganz so tief in den roten Zahlen wie im Vorjahr. Zwar hat sie 2025 zum zweiten Mal in Folge Milliardenverluste geschrieben, angesichts einer deutlichen Verbesserung der Ertragslage sank der Jahresfehlbetrag ​gegenüber 2024 aber um mehr als die Hälfte auf 8,6 Milliarden Euro.

»Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach«, ‌sagte Bundesbankpräsident Joachim Nagel bei der Vorstellung des Jahresabschlusses. Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen. Dennoch bleibe Geduld gefragt, denn die Bundesbank werde im laufenden Jahr erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen.

Beim jüngsten Minus handelt es sich um den zweiten Milliardenverlust der Bundesbank seit 1979. Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Kampf gegen die Inflation hatten die Bundesbank in den vergangenen Jahren eine Menge Geld gekostet und Rücklagen aufgezehrt. Der Verlust lag 2024 nach vollständiger Auflösung der Rücklagen bei 19,2 Milliarden Euro.

2,3 Billionen Euro schwere Bilanz

Der aktuelle Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich derzeit insgesamt auf 27,8 Milliarden Euro. Die finanziellen Belastungen der Bundesbank seien aber ​vorübergehender Natur, sagte Nagel: »Künftige Jahresüberschüsse werden wir nutzen, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft ab- und die notwendige Risikovorsorge ⁠aufzubauen.«

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Auch mit ⁠einem Bilanzverlust kann die Bundesbank laut Nagel ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen, man habe weiterhin eine solide Bilanz. Die Bundesbank verfüge über hohe Bewertungsreserven, die Ende 2025 auf 388 Milliarden Euro angewachsen seien und damit um ‌ein Vielfaches höher als der aktuelle und zu erwartende Bilanzverlust lägen.

Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer verwies darauf, dass sich auch weiterhin finanzielle Belastungen bemerkbar machten. Der Jahresfehlbetrag sei erheblich: »Wir gehen davon ‌aus, dass die Belastungen im Jahr 2026 weiter ​zurückgehen. Dennoch werden diese spürbar bleiben«, kündigte Mauderer an.

Die ‌Bilanzsumme veränderte sich im Jahr 2025 nur leicht. Sie sank um ‌24 Milliarden Euro ​auf 2,349 Billionen Euro. Zwar gingen die geldpolitischen Anleihebestände um 122 Milliarden Euro zurück, aber der Rückgang wurde durch die Bewertung der Goldposition ​zum Bilanzstichtag ausgeglichen. Diese kletterte aufgrund des starken Goldpreisanstiegs ⁠gegenüber dem Vorjahresende um 125 Milliarden Euro ​auf den ​neuen historischen Höchstwert von 395 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich das Nettoeigenkapital um 112 Milliarden Euro auf 363 Milliarden Euro.

apr/Reuters