SpOn 15.12.2025
12:09 Uhr

Brown Universität: Zwei Studentinnen überlebten als Kinder bereits Schussangriffe


Mia Tretta und Zoe Weissman haben Attacken auf ihre Schulen überlebt. An der Uni wollten sie sich wieder sicher fühlen, doch diese Sicherheit wurde ihnen genommen. Beide sagen, sie empfinden vor allem eins: Wut.

Brown Universität: Zwei Studentinnen überlebten als Kinder bereits Schussangriffe

Mia Tretta, 21, und Zoe Weissman, 20, waren in ihren Wohnheimzimmern auf dem Campus der Brown-Universität, als am Samstag ein Schütze auf Studierende schoss. Zwei Menschen sind tot, neun weitere verletzt. Für Tretta und Weissman ist es übereinstimmenden Medienberichten zufolge bereits das zweite Mal in ihrem jungen Leben, dass sie einen solchen Schusswaffenangriff erlebt und überlebt haben.

Tretta lernte laut den Artikeln gerade mit einer Freundin für die Abschlussprüfungen des Jahres, als sie die Alarmmeldung über den Schützen erreichte. »Jeder sagt sich immer, dass es ihn nie treffen wird«, sagte sie BBC  und der »New York Times« . Sie selbst wurde 2019 bei einem Angriff auf ihre Highschool in Kalifornien schwer verletzt. Ein 16-Jähriger hatte auf Tretta und vier weitere Menschen geschossen. Zwei von ihnen starben, darunter auch Trettas beste Freundin.

Noch immer hat sie Fragmente der Kugel in ihrem Bauch. Die Brown-Universität auf der anderen Seite des Landes habe sie sich auch ausgesucht, um sich wieder sicher zu fühlen. Sie sagte sich, dass so etwas nicht ein zweites Mal passieren könnte. Nun ist es wieder passiert, und Tretta berichtet, dass ihr Sicherheitsgefühl zerstört sei.

»Waffengewalt interessiert es nicht, ob man schon einmal angeschossen wurde, und es interessiert sie auch nicht, zu welcher Community man gehört«, sagte sie der BBC. »Es ist eine Epidemie, die jede einzelne Community betrifft.« Sie empfinde eine Mischung aus Angst, Verwirrung und Wut. Die Amerikaner sollten solche Angriffe nicht als Teil des Lebens akzeptieren.

Wut über die Untätigkeit der Politik

Wut ist auch, was Zoe Weissman empfindet. Eine Freundin habe am Samstag angerufen, um sie vor dem Schützen zu warnen. Zuerst habe sie Panik gespürt, sich wie gelähmt gefühlt. Doch daraus sei Wut geworden, sagte die Studentin der »NYT«: »Wie kann dieses Land es wagen, dass so etwas jemandem wie mir zweimal passiert?«

Weissman war erst zwölf Jahre alt, als sie den Angriff auf eine Highschool in Parkland, Florida, miterleben musste. 17 Menschen wurden damals getötet. Sie habe nach dem Erlebnis eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt, sagte Weissman.

Genau wie Tretta auch, habe sie gedacht, dass sie so etwas nicht noch mal durchleben müsste. »Das Einzige, was mir Trost spendete, war, dass es statistisch gesehen praktisch unmöglich ist, dass mir so etwas jemals wieder passiert«, sagte Weissman der »NYT«. »Aber offensichtlich haben wir einen Punkt erreicht, an dem das niemand mehr sagen kann.«

Weissman gibt die Schuld daran auch der Politik. Wenn die Abgeordneten im Kongress sich um die Menschen, die sie dort repräsentieren, scheren würden, hätten sie bereits strengere Waffengesetze verabschiedet, sagte sie zu CNN . Doch die Untätigkeit sei frustrierend.

czl