Die französische Filmikone Brigitte Bardot ist tot. Die frühere Schauspielerin sei im Alter von 91 Jahren gestorben, teilt ihre Stiftung mit.
»Die Stiftung Brigitte Bardot gibt mit unsäglicher Trauer den Tod ihrer Gründerin und Präsidentin, Madame Brigitte Bardot, bekannt«, heißt es in der Mitteilung. Bardot sei eine »weltweit anerkannte Schauspielerin und Sängerin« gewesen, »die sich entschieden hat, ihre glanzvolle Karriere aufzugeben, um ihr Leben und ihre Energie dem Schutz der Tiere und ihrer Stiftung zu widmen«. Zum Zeitpunkt und zu den Umständen von Bardots Tod äußert sich die Stiftung nicht.
Vom Sexsymbol zur Tierschützerin
Bardot hatte sich mit mehr als 50 Filmen als »B.B.« einen Namen gemacht. Mit dem Film »Und ewig lockt das Weib« von 1956 wurde sie weltberühmt. Das Werk war für damalige Verhältnisse skandalös freizügig. In den USA fielen zahlreiche Einstellungen der Zensur zum Opfer. Bardot, Markenzeichen blonde Haare und Schmollmund, wurde weltweit als Sexsymbol gefeiert.
Zu Bardots bekanntesten Filmen zählen außerdem »Die Wahrheit«, »Die Verachtung« und »Viva Maria!«. Sie arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis Malle zusammen.
Brigitte Bardot 1970 im Film »Die Novizinnen«
Foto: Mary Evans / IMAGOBardot zählte zu den meistfotografierten Frauen der Welt. Anfang der Siebzigerjahre gab sie ihre Schauspielkarriere jedoch komplett auf und widmete ihr Leben fortan dem Schutz bedrohter Tiere aller Art. Bardot versteigerte Häuser, Autos und Schmuck ihres Ex-Manns Gunter Sachs und das Brautkleid, in dem sie im Alter von 18 Jahren Roger Vadim geheiratet hatte. Mit dem Geld gründete sie ihre Stiftung – für die »Rettung der Tiere in aller Welt«, wie es im Statut heißt.
Bardot war in den vergangenen Jahren mit rassistischen Äußerungen aufgefallen. Ein Gericht verurteilte sie unter anderem zu einer Strafe in Höhe von 20.000 Euro weil sie die Bewohner der Insel La Réunion als »degenerierte Bevölkerung mit barbarischen Traditionen« bezeichnet hatte. Außerdem wetterte Bardot gegen eine angebliche »Überfremdung« Frankreichs durch muslimische Einwanderer.
Im Zuge der #MeToo-Bewegung kritisierte Bardot die Opfer sexueller Belästigung. Beschwerden von Schauspielerinnen tat sie ab. »Was Schauspielerinnen angeht und nicht Frauen im Allgemeinen, ist das in der großen Mehrheit der Fälle scheinheilig, lächerlich, uninteressant«, sagte Bardot. Schauspielerinnen gäben sich gegenüber Produzenten als »Anmacherinnen«, um eine Rolle herauszuschlagen. »Danach erzählen sie, dass sie belästigt wurden, damit man von ihnen redet. ... In Wirklichkeit schadet ihnen das, statt ihnen zu nützen.«
Über den Gesundheitszustand von Bardot kursierten zuletzt immer wieder Gerüchte. Im Oktober dementierte sie falsche Berichte über ihren Tod. Zuvor hatte sie sich in einer Privatklinik in Südfrankreich einer Operation unterzogen. Ihr Büro erklärte damals der Nachrichtenagentur AFP, dass es sich um einen »kleinen« Eingriff gehandelt habe, der »außerordentlich gut« verlaufen sei. Anschließend war Bardot in ihr Haus nach Saint-Tropez zurückgekehrt. Dort lebte sie zurückgezogen.
