SpOn 25.01.2026
16:48 Uhr

Bremen: Farbattacke auf Haus von Verfassungsschutz-Chef – Polizei prüft Bekennerschreiben


Auf einer linksextremen Plattform bekennen sich Unbekannte zu einer Farbattacke auf das Wohnhaus des Bremer Verfassungsschutzchefs. Hintergrund könnte die Enttarnung einer V-Person sein.

Bremen: Farbattacke auf Haus von Verfassungsschutz-Chef – Polizei prüft Bekennerschreiben

Nach einem Farbanschlag auf das Wohnhaus des Leiters des Bremer Verfassungsschutzes, Thorge Koehler, prüft die Polizei ein Bekennerschreiben. Es sei auf einer linksextremistischen Publikationsplattform veröffentlicht worden, teilte die Polizei der Hansestadt am Sonntag  mit. In dem Text werde als Motiv für die Tat die grundsätzliche Ablehnung des Verfassungsschutzes und die Forderung nach dessen Abschaffung genannt. Der Staatsschutz prüfe die Echtheit des Schreibens.

Die noch unbekannten Täter hatten in der Nacht zum Samstag mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln gegen die Hauswand des Wohnhauses von Koehler in Bremen-Neustadt geworfen. Außerdem schlugen die Täter am Auto einer unbeteiligten Nachbarfamilie die Scheiben ein und zerstachen die Reifen. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

»Absolute Grenzüberschreitung«

Die Bremer Innensenatorin Eva Högl (SPD) verurteilte den Anschlag »aufs Schärfste«. »Er stellt eine absolute Grenzüberschreitung dar«, erklärte Högl. Sie vermutet einen Zusammenhang mit der »vermeintlichen Enttarnung einer V-Person in der linksextremistischen Szene«.

»Der Angriff zeigt überdeutlich, dass gewalttätige Extremisten völlig zu Recht in Bremen intensiv beobachtet werden und im Fokus der Sicherheitsbehörden stehen«, sagte Högl weiter. Dies werde auch nach dieser feigen Tat intensiv fortgeführt.

Radio Bremen hatte Mitte Januar berichtet , dass die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppe »Interventionistische Linke« nach eigenen Angaben einen Spitzel des Verfassungsschutzes enttarnt haben will. Weder der Verfassungsschutz noch die Innenbehörde kommentierten die Vorwürfe demnach, zu konkreten operativen Maßnahmen würde aus Sicherheitsgründen grundsätzlich keine Stellung genommen.

sun/AFP