SpOn 10.12.2025
21:09 Uhr

Brandenburg: Mindestens 200.000 Liter Öl aus Pipeline-Leck ausgetreten


Eine meterhohe Fontäne ist aus einer Ölleitung in Brandenburg geschossen. Die Folgen für die Umwelt sind noch unklar, die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Brandenburg: Mindestens 200.000 Liter Öl aus Pipeline-Leck ausgetreten

Aus einer Pipeline in Brandenburg sind nach einem Unfall mindestens 200.000 Liter Rohöl ausgetreten. Zu dem Defekt kam es nach Arbeiten an der Leitung, die von Rostock nach Schwedt führt. Das Öl sei in einer Pumpstation nahe Gramzow in der Uckermark aus einem kleinen Leck mit einem Druck von circa 20 Bar viele Meter hoch herausgeschossen, hieß es von der Feuerwehr Schwedt. Die Menge könne auch noch größer sein.

Zu Umweltfolgen des Unfalls hieß es von der Feuerwehr, dass der umliegende Ackerboden glücklicherweise sehr nass ist vom Regen. Auf dem Wasser schwimme das Öl, sodass es am Abend nicht tief ins Erdreich eingedrungen sei. Eine weitgehende Verunreinigung des Grundwassers sei deshalb zunächst unwahrscheinlich.

Vor Ort waren demnach etwa hundert Feuerwehrleute, dazu etwa 25 Mitarbeiter der Raffinerie PCK, der die Leitung gehört. Auch nach Stunden trat am Abend noch Öl aus, wenn auch in geringerer Menge, teilte die Feuerwehr mit. Spezielle Saugwagen sollen nun das Öl, das zurzeit auf einem nassen Acker stehe, aufnehmen. Der Einsatz in Zehnebeck, etwa drei Kilometer vom Ortskern Gramzow entfernt, werde noch stundenlang dauern und auch am Morgen fortgesetzt.

PCK erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei das Unglück durch vorbereitende Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest an der Pipeline verursacht worden. »Eine absichtliche Fremdeinwirkung kann derzeit ausgeschlossen werden.«

In der Nacht zu Donnerstag beendeten die Feuerwehren zwischen zwei und drei Uhr ihren Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost sagte. Diese koordiniert Rettungs-, Feuerwehr- und Katastropheneinsätze. Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) unterstützen derzeit noch vor Ort.

Die brandenburgische Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) kündigte an, sich am Donnerstag vor Ort ein Bild über das Ausmaß der Schäden machen zu wollen.

jml/jmm/dpa