Eine nötige Warnung oder nur geschmacklos? Mit einer gefälschten Traueranzeige hat das Innenministerium von Brandenburg auf die Gefahr tödlicher Verletzungen durch illegales Silvesterfeuerwerk aufmerksam gemacht.
Die am Montag veröffentlichte Darstellung ähnelt einer Todesanzeige, sie zeigt ein Kreuz und eine schwarze Umrandung. »Marc Brandenburch« sei »völlig unerwartet in der Silvesternacht aus dem Leben gerissen« worden, ist zu lesen. »So könnte es aussehen, wenn Familie und Freunde nach einem tödlichen Silvesterunfall um einen Angehörigen trauern.«
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Darunter ruft das Innenministerium dazu auf, kein illegales und selbst gebasteltes Feuerwerk abzubrennen. Im vergangenen Jahr starb ein 21-Jähriger in Kremmen im Oberhavel-Kreis, weil er wahrscheinlich eine nicht für die Allgemeinheit zugelassene Kugelbombe zündete.
Das Brandenburger Innenministerium wird von René Wilke geführt. Mitte November war bekannt geworden, dass der zuletzt parteilose Politiker in die SPD eingetreten war. Wilke gilt als denkbarer Nachfolgekandidat von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).
In Kommentaren bei Instagram wurde der Post teils als geschmacklos bezeichnet. »Dass dieser Beitrag emotional ist und Reaktion in die eine wie in die andere Richtung auslösen wird, war absehbar und Teil der Abwägung für oder gegen die gewählte Darstellung«, lautet eine aus dem Innenministerium verfasste Antwort auf Kritik. Die Darstellung, die als drastisch wahrgenommen werden könne, solle Anlass sein für eine kontroverse Diskussion, damit »Eltern niemals aus diesem Grund eine solche Anzeige verfassen müssen«.
Die Gewerkschaft der Polizei in Brandenburg, die ein Böllerverbot fordert, übernahm die Darstellung bei Instagram. Mehr über mögliche Folgen von Feuerwerk und wie Menschen mit ihnen leben, lesen Sie hier .
