Drei ehemalige BSW-Landtagsabgeordnete haben nach ihrem Austritt aus Partei und Fraktion die Gruppe »Wir für Brandenburg« gegründet – deren rechtlicher Status aber noch ungeklärt ist. Damit wollen Melanie Matzies, André von Ossowski und Reinhard Simon einen Neuanfang für die parlamentarische Arbeit starten, teilte von Ossowski mit. »Die Stabilität des Landes wird dabei unter Zurückstellung persönlicher Befindlichkeiten der Gruppenabgeordneten im Zenit unserer Arbeit stehen.«
Die drei Abgeordneten waren im November aus dem BSW ausgetreten. Sie nannten unter anderem autoritäre Tendenzen als Grund. Zwei von ihnen traten wieder in die Partei ein. Nach dem Ende der SPD/BSW-Koalition in der vergangenen Woche traten sie erneut aus dem BSW und auch aus der Fraktion aus. Damit hat die BSW-Fraktion nur noch neun Abgeordnete.
Fraktionsgesetz muss geändert werden
Die drei Ex-BSW-Politiker wollen unabhängig von Parteiprogrammen agieren. Zugleich wollen sie die mögliche kommende SPD/CDU-Koalition kritisch begleiten. Für die Gruppenbildung, die grundsätzlich ab drei Abgeordneten möglich ist, muss das Fraktionsgesetz geändert werden. Es könnte zu rechtlichen Schwierigkeiten kommen. Von Ossowski kündigte an, er wolle einen Änderungsantrag dazu einbringen.
Landtagsmitglieder, die derselben Partei angehören oder aufgrund von Wahlvorschlägen derselben Partei in den Landtag gewählt wurden, dürfen laut dem Fraktionsgesetz bisher jeweils nur eine Fraktion bilden. Alle drei Abgeordnete kamen nach der Landtagswahl über das BSW ins Parlament.
Die BSW-Fraktion hält eine Änderung des Fraktionsgesetzes für eine Verfälschung des Wählerwillens. Sie behält sich rechtliche Schritte dagegen vor. Nach dem Ende der SPD/BSW-Koalition führt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Minderheitsregierung. Er will aber ein Bündnis mit der CDU schmieden.
