SpOn 12.02.2026
18:35 Uhr

Brandenburg: Bundesregierung gibt Schloss Meseberg als Gästehaus auf


Die edle Kulisse für streitende Koalitionäre ist Geschichte: Künftig lädt die Bundesregierung nicht mehr ins herrschaftliche Meseburg nördlich von Berlin ein.

Brandenburg: Bundesregierung gibt Schloss Meseberg als Gästehaus auf

Ende einer Ära: Schloss Meseberg in Brandenburg wird künftig nicht mehr das offizielle Gästehaus der Bundesregierung sein.

Mit der Messerschmitt-Stiftung, die das Anwesen für den symbolischen Betrag von einem Euro vermietet hatte, sei jetzt vereinbart worden, den Vertrag ab Februar 2027 auslaufen zu lassen, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit. Zuletzt sei das Schloss weniger genutzt worden. Ein Problem: Die Entfernung zum Regierungsviertel in Berlin. Das Schloss liegt rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt.

Damit entfielen für das Kanzleramt künftig auch Kosten für Unterhalt, Betrieb und Sicherung des Schlosses, so der Regierungssprecher.

Schloss Meseberg war häufig Kulisse für Koalitionäre, um Einigkeit, Geschlossenheit und gute Laune zu demonstrieren. Angela Merkel (CDU) lud jedoch nicht nur ihr Kabinett nach Meseberg ein, auf seiner letzten Deutschland-Reise als US-Präsident wurde die Ehre auch George W. Bush zuteil.

Das Kabinett von Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich für seine Klausuren noch nach Schloss Meseberg zurückgezogen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) entschied sich für einen Ortswechsel. Er lud im vergangenen Herbst zur ersten Kabinettsklausur in die Villa Borsig, das Gästehaus des Auswärtigen Amts, das am Tegeler See noch im Nordwestteil Berlins liegt.

Eine Nachfolge für Meseberg gibt es nicht: Veranstaltungen sollen künftig an verschiedenen Orten stattfinden oder im Erweiterungsbau des Kanzleramts, der Ende 2028 fertiggestellt werden soll.

Das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss im Ortsteil Meseberg der Stadt Gransee wurde seit 2007 für Empfänge von Staatsgästen und Klausuren genutzt, die Regierung baute für 13 Millionen Euro Sicherheitstechnik ein.

Die Messerschmitt-Stiftung hatte das verfallende Anwesen 1995 gekauft und für 25 Millionen Euro saniert. Die Bundesregierung entschied 2004, das Schloss als Gästehaus zu nutzen. Das Hauptgebäude hat drei Etagen und einen barocken Park.

jml/dpa/AFP