SpOn 21.02.2026
20:52 Uhr

Borussia Dortmund schlägt RB Leipzig: Ein Dortmunder Retter findet sich immer


RB Leipzig sah gegen den BVB bis in die Nachspielzeit wie der Sieger aus. Dann kam Fábio Silva und baute die Dortmunder Serie auf 16 ungeschlagene Bundesligapartien in Folge aus. Da half auch Leipzigs Supersprinter nichts.

Borussia Dortmund schlägt RB Leipzig: Ein Dortmunder Retter findet sich immer

Szene des Spiels: Sieben Minuten Nachspielzeit, sieben Minuten, um doch noch den glücklichen Ausgleich zu erzielen. Das Schöne aus Dortmunder Sicht in diesen Wochen und Monaten: Sie können spielen, wie sie wollen, eine Niederlage kommt dabei einfach nicht rum. Dafür sorgten drei Einwechselspieler, Julian Brandt, Karim Adeyemi und Fábio Silva. Brandt brachte Adeyemi mit einem Steilpass in Bewegung, dieser legte quer zum Portugiesen und der 23-Jährige bugsierte den Ball irgendwie zum 2:2 über die Linie. Der erste Bundesligatreffers des BVB-Zugangs war gleich ein ganz wichtiger.

Ergebnis: RB Leipzig und Borussia Dortmund haben sich in der Spitzenpartie des 23. Bundesligaspieltags 2:2 (2:0) getrennt.

Der beste Zweite: Seit mehr als 60 Jahren versammeln sich Deutschlands beste Fußballclubs unter dem Dach der Bundesliga. Noch nie hatte dabei nach 22 Spieltagen ein Vertreter eine bessere Bilanz als der BVB in dieser Saison. Das entscheidende Detail: ein Zweiter. Der FC Bayern des Vincent Kompany sammelt weiter Punkt um Punkt und zieht einsam auf Platz eins seine Kreise. Um noch eine Meisterchance vor dem Gipfeltreffen mit den Münchnern am kommenden Wochenende zu haben, hätte der BVB in Leipzig gewinnen müssen.

Christoph Baumgartner mit seinen Saisontoren Nummer neun und zehn

Christoph Baumgartner mit seinen Saisontoren Nummer neun und zehn

Foto: Jan Woitas / dpa

Erste Hälfte: Maximilian Beier vergab früh die mögliche Dortmunder Führung. Allein vor Maarten Vandevoordt scheiterte er am belgischen Torhüter der Gastgeber (8. Minute). Besser machten es die Leipziger in der 20. Minute. Yan Diomande nahm auf der linken Seite den Ball überragend an, tänzelte Ryerson aus und flankte scharf Richtung Fünfmeterraum, wo Baumgartner mit dem Außenrist vollendete. Baugleich dann das 2:0 in der 40. Minute: Dieses Mal flankte David Raum, erneut hielt Baumgartner den Fuß rein – das verdiente 2:0.

Zweite Hälfte: Weil Dortmund es nicht hinbekam, machte es RB einfach selbst. Eine Ecke von Ryerson wurde unglücklich von Willi Orban verlängert und Romulo setzte den Ball per Kopf ins eigene Netz (50.). Dortmund tat sich weiterhin enorm schwer, weil RB in der Rückwärtsbewegung überragend arbeitete und vorn weiterhin gefährlich blieb. Diomande (67.) und Ridle Baku (73.) ließen die Vorentscheidung liegen. Dann kam Fábio Silva.

Dortmunder Notbereich: Der Muskel! Die Adduktoren! Der Oberschenkel! Zahlreiche BVB-Defensivakteure wie Nico Schlotterbeck, Niklas Süle, Filippo Mané und Emre Can mussten beim Gastspiel in Leipzig passen. So gab Luca Reggiani, der im Januar seinen 18. Geburtstag feierte, sein Startelfdebüt in der Bundesliga. Bereits unter der Woche war er gegen Atalanta in die erste Elf gerückt.

Es darf ein bisschen mehr sein: Seit mehr als drei Monaten hat RB Leipzig keine zwei Bundesligaspiele mehr in Folge gewonnen. So verpasst man die Ziele, die RB-Chef Oliver Mintzlaff jüngst noch einmal präzisierte: »Ich will mit der Mannschaft in die Champions League.« Bei seinem Trainer Ole Werner rennt er dabei offene Türen ein. »Ich bin ein sehr ambitionierter Mensch«, wagte der 37-Jährige vor der Begegnung eine Selbsteinschätzung. Dieser Spieltag dürfte beiden dennoch nicht gefallen haben: Der spät aus der Hand gegebene Sieg ließ die Patzer der Konkurrenz aus Leverkusen (0:1 bei Union Berlin) und Hoffenheim (2:2 in Köln) unbestraft.

Yan Diomande (r.) ist eine der Entdeckungen dieser Bundesligasaison

Yan Diomande (r.) ist eine der Entdeckungen dieser Bundesligasaison

Foto: DeFodi.de / DeFodi Images / IMAGO

Ein Sprint, und noch einer und noch einer: Stirnrunzeln erzeugte vor der Saison der Wechsel von Diomande zu RB. Dabei war der Anlass nicht die Verpflichtung eines damals 18-Jährigen aus der zweiten spanischen Liga, sondern die Ablösesumme von 20 Millionen Euro. Das Stirnrunzeln ist mittlerweile purer Begeisterung gewichen. Acht Tore und sechs Assists hat er in dieser Bundesligasaison bereits erzielt, und auch gegen Dortmund zeigte er seine Stärken: Ballbehandlung, Übersicht, Geschwindigkeit. Der Ivorer war der schnellste Mann auf dem Platz und zeigte mehr als 30 (!) Sprints.

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So geht's weiter: Für Borussia Dortmund geht es am Mittwoch ab 18.45 Uhr in Bergamo um das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals. Dafür muss man ein 2:0 bei Atalanta verteidigen. Drei Tage später empfängt der BVB den FC Bayern München zum, naja, Topspiel (18.30 Uhr). Für RB geht es erst am kommenden Sonntag weiter, wenn die Leipziger beim in der Rückrunde noch ungeschlagenen Hamburger SV (19.30 Uhr) antreten.