Ein Autotransporter liegt nach einem Brand manövrierunfähig vor der Nordseeinsel Borkum. Kurz nach dem Verlassen des Emder Hafens am Montagabend sei ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen, teilte das Havariekommando am frühen Morgen mit. Die Crew der »Thames Highway« habe den betroffenen Teil des Schiffes luftdicht verschlossen und eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert. Der Brand sei inzwischen erloschen.
Die 18 Besatzungsmitglieder sowie ein Lotse an Bord des Schiffes sind den Angaben nach unverletzt. Der 149 Meter lange und 25 Meter breite Transporter ankere vorsorglich außerhalb des Fahrwassers der Emsmündung, nordwestlich von Borkum, teilte das Havariekommando mit. Schadstoffe würden nicht austreten. Rund um den Transporter würden sich die Wellen auf bis zu zwei Meter türmen.
Spezielle Feuerwehrleute im Einsatz
Zwei Teams speziell ausgebildeter Feuerwehrleute aus Cuxhaven und Wilhelmshaven seien an Bord, um nach Glutnestern zu suchen, teilte das Havariekommando mit. Gegen Mitternacht seien die ersten Einsatzkräfte per Hubschrauber an Bord gegangen.
Wegen Maschinenschäden könne sich das Schiff nicht mehr eigenständig bewegen. Es soll nun von privaten Bergungsunternehmen zurück nach Emden geschleppt werden. Ein Seenotrettungskreuzer sowie weitere Schiffe und Hubschrauber stünden in der Nähe des Schiffs bereit.
Nach Angaben des Havariekommandos war der Transporter auf dem Weg nach Grimsby in Großbritannien und ist mit 1294 Fahrzeugen, darunter 477 Elektroautos beladen.
Der Brand erinnert an den Fall der »Fremantle Highway«. Der Autofrachter geriet im Sommer 2023 vor der Küste der Niederlande in Brand. Ein Crewmitglied kam dabei ums Leben. Da das Feuer nicht eingedämmt und gelöscht werden konnte, drohte mehrere Tage lang eine Umweltkatastrophe. Das Schiff wurde dann in den Hafen von Eemshaven bei Groningen geschleppt.
Luftaufnahme des brennenden Autofrachters »Fremantle Highway« in der Nordsee
Foto: Flugzeug der Küstenwache / dpaDas Havariekommando in Cuxhaven ist in Deutschland für die maritime Notfallvorsorge und das Unfallmanagement auf Nord- und Ostsee zuständig. Es ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der fünf norddeutschen Bundesländer. Bei Unfällen auf See plant und organisiert es Hilfe, etwa für Verletzte, bei Verunreinigungen durch Schadstoffe und bei Bränden.
Welche Konsequenzen Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer nach dem Brand des Autofrachters »Fremantle Highway« forderte, lesen Sie in diesem Interview .
