SpOn 18.09.2026
07:38 Uhr

Boris Pistorius in Texas: Bundeswehr bekommt ersten F-35-Tarnkappenflieger


Er ist superschnell, super unsichtbar – und super teuer: 19 Länder haben den F-35-Tarnkappenjet in den USA bestellt. Verteidigungsminister Pistorius nimmt heute den ersten Flieger für die Bundeswehr in Empfang.

Boris Pistorius in Texas: Bundeswehr bekommt ersten F-35-Tarnkappenflieger

Er ist nahezu unsichtbar und höchst gefährlich: Der Tarnkappenjet F-35 gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt. Nun soll Deutschland sein erstes Exemplar erhalten: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Freitag im US-Bundesstaat Texas den ersten F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang nehmen. Die Bundesregierung plant insgesamt die Anschaffung von bis zu 35 Maschinen für 10 Milliarden Euro, sie sollen die überalterten Tornado-Jets ersetzen – und dann einen wichtigen Teil zur Abschreckung beitragen. Denn es wird vor allem für die sogenannte nukleare Teilhabe Deutschlands gekauft, ein Abschreckungskonzept der Nato, bei dem Verbündete Zugriff auf US-Atombomben haben.

Verteidigungsminister Pistorius sagte über den Neuzugang: Die Maschine bringe alle Voraussetzungen für verschiedene Einsatzrollen mit, darunter auch den Kampf gegen die Luftverteidigung eines Gegners, präzise Angriffe auf Ziele am Boden und auf See sowie Präzisionsschläge weit im Hinterland. Der Jet zeichne sich durch seine enge Vernetzung mit anderen Plattformen und eine besonders leistungsfähige Sensorik aus. »Die F-35A kann hohe Datenmengen sammeln und schnell zu einem vollständigen Lagebild zusammenfügen«, so Pistorius. Die Zusammenarbeit mit 19 anderen Nationen eröffne viele Möglichkeiten bei Ausbildung, Übung und Einsatz »und macht uns zusammen stärker«.

Hergestellt werden die Hightechflieger von der US-Rüstungsschmiede Lockheed Martin. Ihre Entwicklung war das teuerste Rüstungsprogramm in der Geschichte der USA. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung sind die Maschinen für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Und sie sind immens teuer – sowohl in der Anschaffung als auch in der Wartung. Allein die reinen Produktionskosten für eine Maschine liegen je nach Modell zwischen 82,5 und 109 Millionen Dollar (71,5 bis 95 Millionen Euro).

Ausbildung für deutsche Piloten und Techniker in den USA

Trotzdem haben neben den US-Streitkräften inzwischen nach Angaben von Lockheed Martin bereits 19 Länder den Superflieger bestellt. Zu ihnen zählen unter anderem Großbritannien, Israel, die Niederlande, die Schweiz – und eben auch Deutschland. Die ersten acht F-35-Kampfjets für die deutsche Luftwaffe bleiben zunächst in den USA, wo deutsche Piloten und Techniker an ihnen ausgebildet werden. Ab 2027 sollen dann die ersten Maschinen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert werden.

Der Konzern selbst preist sein Produkt: Der F-35-Jet sei »das tödlichste und widerstandsfähigste Kampfflugzeug der Welt«, heißt es auf der Website von Lockheed Martin. »Er verschafft Piloten einen Vorteil gegenüber jedem Gegner und ermöglicht es ihnen, ihren Auftrag zu erfüllen und sicher zurückzukehren.«

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Dem Hersteller zufolge wurden bereits mehr als 1350 Maschinen ausgeliefert. Sie fliegen mit 1,6-facher Schallgeschwindigkeit und können mehr als acht Tonnen an Waffen transportieren – auch Atomwaffen. Infrarotkameras an der Außenhülle nehmen im Flug die Umgebung auf. Und sie übertragen die Bilder direkt in den Helm des Piloten, der dadurch einen 360-Grad-Blick bekommt.

In den USA ist der Jet ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Maschine sichert laut Lockheed Martin direkt und indirekt 317.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten, rund 1900 heimische Zulieferer seien eingebunden.

oka/AFP/dpa