Ahmed al-Ahmed wird in Australien als Held verehrt. Hätte er bei dem Attentat am 14. Dezember 2025 am Bondi Beach nicht eingegriffen, wären sehr wahrscheinlich noch mehr Menschen getötet oder verletzt worden. Doch weil sich der 44-Jährige auf einen der beiden Schützen warf und diesen entwaffnete, wurden die Angreifer aufgehalten und abgelenkt.
Videos von der Aktion verbreiteten sich kurz nach dem Anschlag auf der ganzen Welt. Ahmed al-Ahmed wurde zum »Helden von Bondi Beach«.
In der australischen Sendung »60 Minutes« hat er nun ausführlich über den 14. Dezember gesprochen – und über den Moment, als er den Schützen überwältigte. »Ich erinnere mich an seine Reaktion, als ich ihm auf den Kopf schlug und ich schrie und fluchte auf australische Art«, sagte er und fragte dann höflich, ob er die Beschimpfung wirklich genauer erläutern solle. Sollte er. »Du Arschloch, du Stück Scheiße, hör auf damit«, habe er geschrien, so Ahmed.
Der Attentäter habe nichts erwidert, sein Gesicht sei wutverzerrt gewesen, beschrieb Ahmed in dem TV-Interview.
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Gefragt wurde er dabei auch, warum er nicht auf den Attentäter geschossen habe, als er ihm seine Waffe entwendet hatte. »Weil ich ein Mensch bin und ich mir nicht die Hände mit Blut beschmutzen will«, sagte er. »Mein Ziel war es nur, ihm die Waffe wegzunehmen und ihn daran zu hindern, einen Menschen zu töten.«
Für das Interview kehrte Ahmed der Sendung zufolge zum ersten Mal seit dem Attentat an den Tatort zurück.
Zwei Kugeln stecken noch immer in Ahmeds Schulter
Die beiden Schützen hatten am 14. Dezember während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf eine feiernde Menge im Archer Park am Bondi Beach eröffnet. Bei der schlimmsten Terrorattacke in der jüngeren Geschichte Australiens starben 15 Menschen, Dutzende weitere Personen wurden verletzt (die Rekonstruktion können Sie hier nachlesen ).
Auch Ahmed al-Ahmed wurde verletzt, mehrere Schüsse trafen ihn in der Schulter. Zwei Kugeln stecken dort laut »60 Minutes« bis heute fest.
Die Schützen hatten Ermittlungsergebnissen zufolge Verbindungen zur Terrororganisation »Islamischer Staat« (mehr dazu, was über die beiden bekannt ist, erfahren Sie hier ). Der ältere Attentäter starb noch am Tatort, der jüngere ist unter anderem wegen Mordes in 15 Fällen und Terrorismus angeklagt. Vor einer Woche erschien er erstmals vor Gericht, blieb dabei aber wortkarg (mehr dazu hier).
