SpOn 14.12.2025
11:37 Uhr

Bondi Beach: Israels Staatspräsident Isaac Herzog spricht von Angriff auf Juden


Die tödlichen Schüsse am weltberühmten Bondi Beach in Sydney sorgen weltweit für Entsetzen. Israels Staatspräsident bezeichnet die Angreifer als Terroristen. Auch der deutsche Botschafter in Israel meldet sich zu Wort.

Bondi Beach: Israels Staatspräsident Isaac Herzog spricht von Angriff auf Juden

Zehn Menschen sind am Bondi Beach im australischen Sydney durch Schüsse ums Leben gekommen. Ermittler sprechen von Terror und einem gezielten Angriff auf jüdische Menschen, die den Auftakt des Chanukka-Fests feierten. Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog spricht nun von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde.

»In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden«, sagte Herzog nach Angaben seines Büros in Jerusalem. Der 14. Dezember ist der Auftakt zum jüdischen Lichterfest Chanukka.

»Unsere Herzen sind bei ihnen«, sagte Herzog über die Opfer. »Das Herz der gesamten Nation Israel setzt in diesem Augenblick einen Schlag aus, während wir für die Genesung der Verletzten beten, für sie beten und für jene beten, die ihr Leben verloren haben.« Der Präsident sagte weiter: »Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.«

Der australische Premierminister Anthony Albanese sagte: »Das Böse, das heute am Bondi Beach entfesselt wurde, ist unfassbar, und das Trauma und der Verlust, mit dem die Familien heute Abend zu kämpfen haben, übersteigen die schlimmsten Albträume eines jeden Menschen«. Weiter erklärte er: »Australiern wurde auf grausame Weise das Leben genommen, und viele wurden verletzt. Unsere ersten Gedanken gelten allen Australiern, die in diesen schrecklichen ersten Stunden ihrer Trauer stehen.«

Australiens Premierminister Anthony Albanese

Australiens Premierminister Anthony Albanese

Foto: Lukas Coch / EPA

Alex Ryvchin, einer der Leiter des Exekutivrats der jüdischen Gemeinde in Australien, sagte dem Sender Sky News: »Wenn wir auf diese Weise gezielt angegriffen wurden, dann hat das ein Ausmaß, das sich keiner von uns je hätte vorstellen können.« Sein Medienberater sei bei dem Angriff verletzt worden.

Robert Gregory, Geschäftsführer der Australian Jewish Association, erklärte in einem Statement: »Was heute Abend geschehen ist, ist eine Tragödie, aber völlig vorhersehbar.« Die Regierung sei so oft gewarnt worden, habe aber »keine angemessenen Maßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinde ergriffen«. Nun fragten sich »viele Juden, ob sie in Australien eine Zukunft haben«.

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, erklärte bei X, er sei »entsetzt und traurig über den Terrorangriff« auf die Chanukka-Feier in Sydney – »eine verwerfliche Tat des Hasses, die durch nichts auf der Welt gerechtfertigt werden kann«.

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Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich entsetzt. »Der antisemitische Anschlag am Bondi Beach zu Chanukka lässt mich fassungslos zurück. Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen«, schrieb er bei X: »Dies ist ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte. Diesem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten – hier in Deutschland und weltweit.«

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Bildungsministerin Karin Prien und Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) reagierten bestürzt. Wadephul schrieb auf X, er sei zutiefst erschüttert über den Terroranschlag, einem »Akt des Hasses, der sich am ersten Tag von Chanukka gegen alle Jüdinnen und Juden weltweit richtet«. Seine Gedanken seien bei den Familien der Ermordeten, den Verletzten und der jüdischen Gemeinde.

Prien, die selbst jüdische Wurzeln hat, schrieb auf X: »Trauer und Verzweiflung über die aufgehende Saat des antisemitischen Hasses, der unschuldige, arglose Menschen beim Chanukka-Feiern trifft.«

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Der Zentralrat der Juden in Deutschland äußerte sich bestürzt. Die Berichte hätten viele Menschen erschüttert, auch wenn die Hintergründe noch unklar seien, schreibt der Zentralrat auf X. »In diesen schweren Stunden sind wir in Gedanken bei den Betroffenen, den Verletzten und den Angehörigen der Opfer«, heißt es. Der Zentralrat versah den Post mit einer Kerze in schwarz-weiß und dem Schriftzug »We stand with Sydney«.

Der britische Premierminister Keir Starmer äußerte sich auf X. »Zutiefst beunruhigende Nachrichten aus Australien«, schreibt er: »Das Vereinigte Königreich sendet allen Betroffenen des entsetzlichen Anschlags am Bondi Beach sein tiefstes Mitgefühl und Beileid.«

Mehr zu den Schüssen am Bondi Beach lesen Sie hier.

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Seit Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023 ist eine weltweite Welle von Antisemitismus, bei der Israelkritik teils in Hass gegen Juden umschlägt, zu beobachten, darunter Angriffe auf Juden und Synagogen.

ptz/dpa