Zwischen dem Anschlag auf das Chanukkafest am Bondi Beach und der Anerkennung eines palästinensischen Staates gibt es keinen Zusammenhang, meint Australiens Premierminister. Dass Australien wie andere Länder dieses Jahr einen Staat Palästina formell anerkannt habe, habe mit dem Anschlag nichts zu tun, sagte Anthony Albanese dem australischen Sender ABC.
Die Mehrheit der Welt erkenne eine Zweistaatenlösung als den richtigen Weg an, so Albanese weiter. Australien hatte im September unter dem Eindruck des verheerenden Gazakrieges einen Staat Palästina formell anerkannt. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte nach dem Anschlag am Sonntag Australien vorgeworfen, damit »Öl ins antisemitische Feuer« gegossen und nicht entschlossen gegen Antisemitismus gekämpft zu haben.
»Dies waren außerordentlich traumatische 24 Stunden. Meine Aufgabe ist es, die jüdische Gemeinde zu unterstützen und deutlich zu machen, dass die Australier in dieser schwierigen Zeit in überwältigender Zahl hinter der jüdischen Gemeinde stehen«, sagte Albanese.
Zahl der antisemitischen Übergriffe gestiegen
Die Zahl der Juden in Australien wird auf mehr als 100.000 geschätzt, die israelische Jewish Agency nannte zuletzt eine Zahl von mehr als 117.000 jüdischen Menschen in dem Land. Damit ist es eine der größten jüdischen Gemeinden weltweit. Allein in Sydney wird die Zahl der jüdischen Einwohner auf rund 50.000 geschätzt. Nach Informationen des Jüdischen Museums in Sydney sind nach dem Zweiten Weltkrieg rund 27.000 Holocaustüberlebende nach Australien ausgewandert.
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Für die tödlichen Schüsse am beliebten Bondi Beach macht die Polizei einen 50-jährigen Mann sowie dessen 24-jährigen Sohn verantwortlich. Der Vater, der von der Polizei getötet wurde, war nach Angaben der Ermittler Mitglied in einem Jagdverein und hatte eine Waffenbesitzkarte. Der Sohn wurde festgenommen und liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der Angriff wurde als antisemitischer Terroranschlag eingestuft.
