Schreie, Menschen rennen umher, später sind Schüsse zu hören: Dieses Handyvideo zeigt die Momente, nachdem zwei Männer am berühmten Strand von Bondi Beach das Feuer eröffneten. Das Attentat galt offenbar den etwa 1000 Menschen, die hier den Beginn des jüdischen Lichterfests Chanukka feiern wollten.
Trent Tur, Rettungsschwimmer
»Zuerst dachten wir, es wäre Feuerwerk. Im nächsten Moment sahen wir Menschen auf dem Boden liegen. Ich sah, wie ein Kind erschossen wurde – das war wahrscheinlich das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Ich sah mehrere Leichen, und das war ein unbeschreiblich schreckliches Gefühl.«
Alex Ryvchin, Jüdische Gemeinde
»Ein Mann, den ich sehr gut kannte und der an die 90 Jahre alt war, ist gestorben, ein Holocaustüberlebender. Der Rabbiner, ein enger Freund von mir und eine echte Stütze unserer Gemeinde – er hat so viel für alle getan, er gehört zu den Toten. Es ist einfach unmöglich, das zu begreifen und zu verstehen, dass das passiert ist.«
Mindestens 15 Menschen sind tot, darunter ein zehnjähriges Kind. 42 Menschen wurden teils schwer verletzt.
Es ist dieser Moment, der im Gedächtnis bleiben wird: Ein Mann stürmt auf einen der Attentäter zu, packt ihn und schafft es nach einem Gerangel, den Schützen zu entwaffnen.
»Er hat zwei Schusswunden, eine am Arm und eine an der Hand. Er ist im Krankenhaus, und wir wissen nicht genau, wie es ihm geht. Aber sie sagten, der Arzt sagte, es gehe ihm verhältnismäßig gut, und in den nächsten zwei Stunden würden sie uns zu Ahmed lassen. Er ist noch im Krankenhaus und wird operiert, aber wir hoffen, dass er wieder gesund wird. Er ist ein Held, zu 100 Prozent, er ist ein Held.«
Die australischen Behörden stufen die Attacke als »antisemitischen Terrorangriff« ein. Bei den Schützen handelt es sich um einen 50 Jahre alten Vater und seinen 24 Jahre alten Sohn. Der Vater wurde von Sicherheitskräften erschossen, der Sohn liegt mit Verletzungen im Krankenhaus. Dem Sender ABC zufolge hatte der australische Geheimdienst bereits 2019 Verbindungen des 24-Jährigen zur Terrorgruppe »Islamischer Staat« überprüft. Der 50-jährige Vater besaß nach Polizeiangaben sechs registrierte Schusswaffen. Im Auto der Schützen am Bondi Beach sollen zwei IS-Flaggen gefunden worden sein.