SpOn 26.01.2026
16:57 Uhr

Blumen-Branche: Frauen kaufen sich ihren Strauß häufiger selbst


Blumen sind der Geschenkklassiker unter Paaren. Doch offenbar machen sich immer mehr Frauen einfach selbst damit eine Freude. Dabei greifen sie allerdings nicht zuvorderst zur Rose.

Blumen-Branche: Frauen kaufen sich ihren Strauß häufiger selbst

Valentinstag, Jahrestag oder die große Geste bei einer Entschuldigung – Blumen sind ein Geschenkklassiker. Allerdings nehmen vor allem Frauen den Kauf inzwischen häufig selbst in die Hand.

»Neben dem Verschenken liegt die Selbstbeschenkung immer mehr im Trend, insbesondere bei Frauen«, heißt es in einem Marktbericht zur Internationalen Pflanzenmesse IPM. Rund ein Viertel aller Blumenkäufe falle in diese Kategorie.

»Das ist eine Belohnung wie Schokolade«, sagte die Präsidentin des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), Eva Kähler-Theuerkauf. Bei Frauen laufe das oft als Impulskauf, während Männer eher zu festen Anlässen wie dem Valentins- oder Muttertag schenkten. »Männer sollten öfter auch spontan Blumen schenken, das ist eine schöne Geste der Vertrautheit«, warb die Verbandspräsidentin.

Rose nicht mehr auf dem ersten Platz

Laut der Marktstudie verschenken vor allem Männer der Babyboomer-Generation, die inzwischen vielfach im Rentenalter sind, mehrmals pro Jahr Blumen. Favorit sind dabei laut der Studie klassische Rosen – was den Geschmack der beschenkten Frauen aber nur teilweise trifft. Blume Nummer eins bei selbstgewählten Sträußen ist demnach nämlich mit Abstand die Tulpe, Rosen folgen erst auf Platz zwei.

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Am Valentins- und Muttertag hatte die Branche im vergangenen Jahr deutliche Umsatzzuwächse in teils zweistelliger Höhe registriert. Insgesamt herrsche aber im Markt weiter Kaufzurückhaltung, heißt es. Der Umsatz für Blumen und Zierpflanzen sei 2025 um rund 2,3 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro gefallen. Das entspricht Pro-Kopf-Ausgaben von 102 Euro – zwei Euro weniger als im Vorjahr.

Das Geschäft steht unter Druck: Rund 80 Prozent der hierzulande verkauften Schnittblumen stammen aus dem Ausland, vorwiegend aus den Niederlanden, Kenia, Italien, Äthiopien, Sambia oder Ecuador. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Arbeitsbedingungen auf den Farmen, Umweltschützer bemängeln den enormen Wasser- und Energieverbrauch.

Die Blumen sind mit Pestiziden belastet, werden per Flugzeug nach Europa gebracht: Blumensträuße im Supermarkt zu kaufen, scheint kaum noch vertretbar. Mehr zu den Alternativen lesen Sie hier .

esk/dpa