Bill und Hillary Clinton haben angekündigt, im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vor dem Aufsichtsausschuss im US-Repräsentantenhaus auszusagen. Das teilte zuerst der stellvertretende Stabschef des ehemaligen US-Präsidenten bei X mit. Bill Clinton selbst teilte die Nachricht dann über seinen eigenen Account.
They negotiated in good faith. You did not.
— Angel Ureña (@angelurena) February 2, 2026
They told you under oath what they know, but you don’t care.
But the former President and former Secretary of State will be there.
They look forward to setting a precedent that applies to everyone. https://t.co/iO67XjNFsT
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Die Clintons geben damit einer Forderung des republikanischen Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses nach. Zuvor hatten die beiden monatelang darauf bestanden, dass sie den Vorladungen von James R. Comer nicht nachkommen würden. Sie argumentierten, diese seien rechtlich unwirksam und verwiesen darauf, bereits eidesstattliche Erklärungen abgegeben zu haben und über keine weiteren relevanten Kenntnisse zu verfügen. Außerdem warfen sie Comer vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben, das »buchstäblich darauf angelegt ist, in unserer Inhaftierung zu enden« (mehr dazu hier ).
Dass die Clintons sich weigerten, im Fall Epstein im US-Kongress auszusagen, hatte für viel Kritik gesorgt – auch aus den Reihen der Demokraten. Am Mittwoch hätte das Repräsentantenhaus darüber abstimmen sollen, ob die beiden wegen Missachtung des Kongresses bestraft werden sollten. Wäre es zu einer Verurteilung gekommen, hätten Bill und Hillary Clinton bis zu 100.000 Dollar Geldstrafe gedroht oder bis zu einem Jahr Gefängnis. Zwei Tage vor der geplanten Abstimmung kam nun die Kehrtwende des Ehepaars.
Ob Comer das Angebot der Clintons annimmt und ein Verfahren somit abgewendet werden kann, ist bisher unklar.
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Der Multimillionär Jeffrey Epstein hatte aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 starb er mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können (eine Chronologie des Falls finden Sie hier).
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society. Das führte zu Spekulationen über die Tragweite des Skandals. Immer wieder kam dabei auch die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Trump versucht immer wieder, die Aufmerksamkeit auch auf Bill Clinton zu lenken (mehr über Clintons Verbindungen zu Epstein lesen Sie hier ).
