Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat zu Beginn seiner Befragung vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses jede Kenntnis von Straftaten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zurückgewiesen. In einer in sozialen Medien verbreiteten Erklärung schrieb Clinton, er habe »nichts gesehen und nichts Falsches getan«.
Seine Bekanntschaft mit Epstein, der 2019 gestorben war, sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien.
Als jemand, der »mit häuslicher Gewalt aufgewachsen« sei, wäre er niemals in Epsteins Flugzeug geflogen, wenn er »auch nur die geringste« Ahnung über dessen Vergehen gehabt hätte. »Ich hätte ihn selbst angezeigt und mich für Aufklärung seiner Verbrechen engagiert«, so Clinton in der Stellungnahme weiter.
As someone who grew up in a home with domestic abuse, not only would I not have flown on his plane if I had any inkling of what he was doing—I would have turned him in myself and led the call for justice for his crimes, not sweetheart deals. pic.twitter.com/0rX8cat5Pu
— Bill Clinton (@BillClinton) February 27, 2026
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Clinton betonte, er habe während seiner begrenzten Kontakte »keinerlei Anzeichen« für das tatsächliche Geschehen wahrgenommen. Er wolle unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei. »Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere«, schrieb er. Spekulationen oder Mutmaßungen wolle er nicht äußern – er werde »nicht 24 Jahre später Detektiv spielen«.
Clintons Name und Bilder von ihm tauchen in Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf. Bekannt ist unter anderem, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weißen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste.
Zuvor hatte sich bereits seine Ehefrau, die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, zu Epstein geäußert. Auch sie behauptete, nichts von den Verbrechen des Sexualstraftäters gewusst zu haben. »Ich kann mich nicht daran erinnern, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit seinem Flugzeug geflogen und habe nie seine Insel, seine Häuser oder seine Büros besucht. Ich habe dem nichts hinzuzufügen«, so Clinton.
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Bei ihrer Befragung im Kongress forderte sie außerdem, dass US-Präsident Donald Trump unter Eid zu seinen Kontakten aussage.
