SpOn 08.07.2026
10:54 Uhr

Bildung: Jede dritte Lehrkraft in Deutschland ist 50 Jahre oder älter


Relativ alt, viel Teilzeit, viele Frauen und immer mehr Quereinsteiger: Zu diesen Erkenntnissen über die Lehrkräfte in Deutschland kommt das Statistische Bundesamt. Es gibt deutliche regionale Unterschiede.

Bildung: Jede dritte Lehrkraft in Deutschland ist 50 Jahre oder älter

Deutschlands Lehrer und Lehrerinnen sind weiterhin im Durchschnitt relativ alt. Mehr als jede dritte Lehrkraft an allgemeinbildenden Schulen war zuletzt 50 Jahre und älter, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte . Ein Viertel davon entfiel demnach im Schuljahr 2024/2025 auf die Altersklasse 50 bis 59 Jahre, jede zehnte Lehrkraft hatte das 60. Lebensjahr schon überschritten. »Im Vergleich dazu fällt der Anteil der jüngeren Lehrkräfte geringer aus«, so die Statistiker. Nur ein Fünftel der deutschlandweit rund 752.100 Lehrkräfte war hingegen unter 35 Jahre alt.

Obwohl der Altersschnitt damit hoch bleibt, ist er im Zehnjahresvergleich leicht gesunken. So waren im Schuljahr 2014/2015 noch gut 42 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer über 50 Jahre alt, 14 Prozent davon sogar über 60. Die Altersklasse der 30- bis 40-Jährigen ist seitdem um rund drei Prozentpunkte auf zuletzt 27,7 Prozent angewachsen, die der unter 30-Jährigen hat sich mit rund sieben Prozent kaum verändert.

Mehr ältere Lehrkräfte in den ostdeutschen Bundesländern

Ebenfalls wenig hat sich an der regionalen Verteilung geändert. Weiterhin sind vorwiegend in den ostdeutschen Bundesländern deutlich mehr ältere Lehrkräfte im Einsatz als im Bundesschnitt. In Sachsen-Anhalt war gut die Hälfte der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, in Mecklenburg-Vorpommern 46,8 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil dieser Altersgruppe im Saarland mit 28,6 und in Bremen mit 30 Prozent.

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Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte, ist auch die Teilzeitquote der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen erneut leicht angestiegen. Von den 752.100 Lehrkräften unterrichteten 43,9 Prozent in Teilzeit (im Vorjahr: 43,1 Prozent). Sie erreichte damit einen neuen Höchststand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2009, wie die Statistiker mitteilten.

Besonders Frauen reduzieren häufig ihre Arbeitszeit: So war die Teilzeitquote bei Lehrerinnen (51 Prozent) im Schuljahr 2024/2025 mehr als doppelt so hoch wie bei Lehrern (23 Prozent). Auffällig ist zudem, dass die Teilzeitquote bei Lehrkräften deutlich höher ausfällt als bei anderen Berufen. Laut der Daten arbeiteten über alle Wirtschaftsbereiche hinweg lediglich 31 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit.

Dabei gab es auch deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Während in Hamburg (55 Prozent) und Bremen (52 Prozent) im Schuljahr 2024/2025 mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen in Teilzeit unterrichtete, traf dies nur auf knapp jede vierte Lehrkraft in Thüringen (23 Prozent) und Sachsen-Anhalt (24 Prozent) zu.

Viele Frauen, viele Quereinsteiger

Der Frauenanteil war insgesamt weiterhin überdurchschnittlich hoch und lag an den allgemeinbildenden Schulen bei rund 73 Prozent. Zum Vergleich: Bei allen abhängig Beschäftigten lag der Anteil im Jahr 2024 lediglich bei rund 48 Prozent.

Zudem unterrichten aufgrund des Lehrkräftemangels immer mehr sogenannte Quer- und Seiteneinsteiger, also Lehrerinnen und Lehrer ohne anerkannte Lehramtsprüfung. Laut den Daten lag ihr Anteil im Schuljahr 2024/2025 an allgemeinbildenden Schulen bei elf Prozent. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, im Schuljahr 2014/2015, war der Anteil mit vier Prozent noch deutlich niedriger.

bbr/dpa/KNA