SpOn 20.01.2026
09:54 Uhr

Bildung: In Deutschland steigt die Zahl der Privatschulen


In Deutschland gibt es mehr Privatschulen als noch vor zehn Jahren. Eine Auswertung zeigt, dass in einigen Bundesländern der Anteil an Privatschülern deutlich höher ist als in anderen.

Bildung: In Deutschland steigt die Zahl der Privatschulen

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Privatschulen um etwa sieben Prozent gestiegen. Im vergangenen Schuljahr (2024/25) waren rund 3800 allgemeinbildende Schulen hierzulande in privater Trägerschaft, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Anteil der Privatschulen liegt demnach bei etwa 12 Prozent. Die Zahl der öffentlichen Schulen bildet damit weiterhin die große Mehrheit, ist in den vergangenen zehn Jahren aber leicht zurückgegangen auf 29.000.

Obwohl die Zahl der Privatschulen gestiegen ist, blieb die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Privatschulen weitgehend konstant. Die Daten zeigen, dass im Schuljahr 2024/25 – wie in den Jahren zuvor – knapp ein Zehntel (9 Prozent) der Kinder und Jugendlichen eine Privatschule besuchten.

Dieser recht konstante Anteil sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass Privatschulen durchschnittlich kleiner als öffentliche Schulen seien, erklärten die Statistiker. Werde eine öffentliche Schule geschlossen, werde oftmals eine andere öffentliche Schule vergrößert.

Anteil der Privatschüler in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten

Am höchsten war der Anteil von Privatschülerinnen und -schülern den Statistikern zufolge in Mecklenburg-Vorpommern: Im vergangenen Schuljahr gingen 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen auf Privatschulen . Vergleichsweise hoch war auch der Anteil in Sachsen (12 Prozent) und Bayern (11 Prozent). Am niedrigsten war er in Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit jeweils 6 Prozent. In Hessen lag er bei 7 Prozent.

Deutliche Unterschiede gab es auch abhängig von der Herkunft der Kinder und Jugendlichen: »Während 4 Prozent der ausländischen Schülerinnen und Schüler an einer allgemeinbildenden Privatschule unterrichtet wurden, lag der Anteil bei deutschen Schülerinnen und Schülern bei 10 Prozent«, hieß es.

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Oftmals muss für einen Platz an einer Privatschule Schulgeld gezahlt werden. Den Angaben zufolge wurde im Jahr 2021 für rund 599.000 Kinder und Jugendliche in der Lohn- und Einkommensteuer Schulgeld geltend gemacht. Dieses lag im Schnitt bei 2042 Euro jährlich.

Warum sich trotz Kritik an der Waldorfpädagogik immer mehr Eltern für die von Rudolf Steiner begründete Privatschule entscheiden, lesen Sie hier.

fok/dpa