SpOn 20.11.2025
12:39 Uhr

Bianca Heinicke: Influencerin »Bibi« engagiert sich jetzt gegen Fast Fashion


»Bibi25«: Mit diesem Rabattcode ließ sich früher bei Shein Geld sparen. Inzwischen jedoch positioniert sich Influencerin Bianca Heinicke gegen Fast Fashion und ruft in einem neuen Video zum Handeln auf.

Bianca Heinicke: Influencerin »Bibi« engagiert sich jetzt gegen Fast Fashion

»Bibi x Shein«, darunter ein ablaufender Countdown: Mit diesem mysteriösen Instagram-Posting hatte Influencerin Bianca Heinicke, vielen besser bekannt als »Bibi«, am Mittwoch für Spekulationen gesorgt. Denn Heinicke war zwar einst das wohl bekannteste deutsche Werbegesicht des chinesischen Fast-Fashion-Unternehmens. Seit Heinicke 2024 nach einer längeren Social-Media-Pause ihr Comeback feierte, hatte sie sich jedoch als Vorkämpferin für einen bewussteren Konsum positioniert.

Die große Auflösung folgte nun am Donnerstag um 11 Uhr: Heinicke macht jetzt aktiv Kampagne gegen die Fast-Fashion-Branche – und explizit auch gegen ihren früheren Werbepartner Shein. Auf ihrem YouTube-Kanal, auf dem Heinicke Shopping einst als unverfänglichen Dauerspaß inszenierte, veröffentlichte die Influencerin ein 27-minütiges Video mit dem Titel »Nähte aus Narben« .

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»Was wäre noch in deinem Kleiderschrank, wenn alle Fast-Fashion-Artikel weg wären?«, fragt Heinicke gleich zu Beginn. Trends wie Fast-Fashion und Ultra-Fast-Fashion bezeichnet sie als »eine der größten Schattenseiten unserer Zeit«.

Früher bekam man bei Shein mit ihrem Namen Rabatt

In dem Video reflektiert die Webvideomacherin auch ihre Vergangenheit. »Jepp, das bin ich«, betont sie eingangs. »Ich sitze hier in einem Setting, um mich gegen Fast Fashion einzusetzen.« Dazu zeigt sie einen Ausschnitt aus einem älteren YouTube-Video von sich, in dem sie euphorisch ankündigt, dass gleich ein »Riesen-Lkw voll mit Shein-Klamotten und -Accessoires« bei ihr eintrifft. »Ich war Teil des Systems, ich habe es selbst konsumiert, selbst gelebt und auch beworben«, sagt Heinicke, die ihren Zuschauerinnen und Zuschauer einst zum Beispiel den Shein-Rabattcode »Bibi25« präsentierte.

Das große Umdenken habe bei ihr während ihrer Social-Media-Pause eingesetzt, erklärt die Influencerin jetzt: Vieles über die Schattenseiten von Fast Fashion sei ihr früher nicht bewusst gewesen, oder jedenfalls nicht so sehr wie heute. Erwähnt werden im Video zum Beispiel die Arbeitsbedingungen bei der Kleidungsherstellung und das Risiko, dass Produkte schadstoffbehaftet sein können. Auch die Folgen ständig neuer Kollektionen für die Umwelt, etwa durch extreme Überproduktion, thematisiert Heinicke.

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Neu sind all diese Punkte nicht. Schon als Heinickes Kooperation mit Shein startete, war sie dafür mit Verweis auf solche Themen kritisiert worden. Heinicke selbst war im September 2024 erstmals eindeutig auf Distanz zu Shein gegangen. Damals schrieb sie in einem Blogpost , sie wolle sich »dafür entschuldigen, dass ich unkritisch Kooperationen mit Partnern wie Shein eingegangen bin« und verwies dabei auf Themen wie Kinderarbeit.

Natürlich habe sie mitbekommen, dass es Kritik an ihrer Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen gegeben hatte, schrieb Heinicke damals: »Doch ich habe versucht, sie bestmöglich auszublenden (...). Begriffe wie Fast Fashion kannte ich damals nicht einmal. Heute kenne ich sie. Und heute weiß ich: Es war falsch, sich damals so zu verhalten, wie ich mich verhalten habe.«

Kleidung tauschen statt ständig neu kaufen

Dem SPIEGEL erzählte Heinicke kurz danach in einem Interview, manchmal hadere sie noch mit dem, was sie früher gemacht habe: »Ich verstehe meine Beweggründe aus der Zeit, aber ich bin jetzt gedanklich und in dem, wie ich lebe, so weit davon entfernt, dass ich mich nicht mehr damit identifizieren kann.« (Das komplette Interview mit der Influencerin finden Sie hier. )

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Am Ende ihres neuen Videos verweist Heinicke auf eine Petition von Greenpeace , in der ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz gefordert wird – jetzt ganz offiziell mit prominenter Unterstützung der Influencerin.

Mit Blick auf die Umwelt rät Heinicke übrigens dazu, Klamotten häufiger auf Flohmärkten oder in Secondhandshops zu kaufen oder bereits Vorhandenes mit Freunden oder Familienmitgliedern zu tauschen. Auf Instagram schreibt sie: »Bitte verschließe nicht, wie ich es früher getan habe, die Augen vor dieser Wahrheit. Lass uns gemeinsam Verantwortung übernehmen.«

mbö