Wenn ältere Menschen mit einem neuen Partner zusammenziehen, steigt laut einer neuen Studie ihre Lebenszufriedenheit. Ob sie heiraten oder nicht, spielt da keine Rolle. Das berichtet ein Team um die Psychologin Iris Wahring von der Universität Wien im »International Journal of Behavioral Development«.
Die Wissenschaftler haben Angaben von mehr als 2800 Menschen zwischen 50 und 95 Jahren aus den Vereinigten Staaten ausgewertet. Sie wurden zwischen 2006 und 2021 mehrfach dazu befragt, wie ihr Leben aussieht und wie es ihnen geht. Der Fokus lag auf heterosexuellen Personen.
Ehe allein sorgt nicht für mehr Zufriedenheit
Die Forscherinnen und Forscher achteten darauf, wie sich Zufriedenheitswerte und depressive Symptome über die Zeit veränderten. Dabei stellten sie einen statistischen Zusammenhang dahingehend fest, dass ältere Paare zusammenziehen. Die »geteilte Lebenswelt« führe zu einem »Bonus für das Wohlbefinden«, wird Wahring in einer Mitteilung der Universität Wien zitiert.
Heirat wirkte sich hingegen nicht als Faktor aus. »Die Ehe an sich bietet für Paare, die ohnehin schon Tisch und Bett teilen, keinen messbaren Zusatzgewinn an Lebensglück«, so die Forscherin.
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Ihr Team fand außerdem heraus, dass ältere Menschen ziemlich robust sind, wenn ihre Beziehungen scheitern. Ein Zusammenhang zwischen Trennungen und niedrigerer Lebenszufriedenheit zeigte sich in den Daten nicht.
