Die USA haben am Mittwoch einen Öltanker unter russischer Flagge beschlagnahmt, international sorgte dies teils für heftige Reaktionen. China wirft den USA Willkür vor. Die Beschlagnahmung ausländischer Schiffe durch die USA in internationalen Gewässern sei ein schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. China habe sich stets gegen »illegale einseitige Sanktionen« ausgesprochen, die keine Grundlage im Völkerrecht hätten und nicht vom UN-Sicherheitsrat genehmigt worden seien, erklärte sie.
US-Streitkräfte hatten mit Unterstützung Großbritanniens den Öltanker am Mittwoch im Nordatlantik beschlagnahmt. Vorausgegangen war eine wochenlange, dramatische Verfolgungsjagd auf hoher See. Die US-Küstenwache versuchte im vergangenen Monat in der Karibik, die »Marinera« zu entern, als sie sich mutmaßlich auf dem Weg nach Venezuela befand. Das Schiff soll eine Blockade ausgetrickst haben, indem es Namen und Beflaggung änderte. Ziel der USA war eine Blockade der Öltransporte aus Venezuela. Schon bevor die USA Venezuela angriffen und den venezolanischen Präsidenten gefangen nahmen, hatte Trump eine Seeblockade für »sanktionierte Öltanker« angeordnet.
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Der Zugriff sei wegen »Verstößen gegen US-Sanktionen« auf Anordnung eines Bundesgerichts erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Der Tanker hatte zuvor nach US-Angaben Erdöl aus Venezuela und Iran transportiert – Verbündete und wichtige Öl-Handelspartner Chinas, das den Rohstoff in großer Menge importieren muss.
Auch Russland kritisierte das Vorgehen der USA. Moskau wirft Washington einen Verstoß gegen das Seerecht vor. »Gemäß dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 gilt auf hoher See die Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß in der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind«, erklärte das russische Verkehrsministerium in einer Stellungnahme.
