An der Berliner Schaubühne ist es am Donnerstagabend zu einem Unfall gekommen. Schauspieler Lars Eidinger, 50, rutschte in einer Szene des Stücks »Richard III.« von William Shakespeare ein Degen so unglücklich aus der Hand, dass er eine in der ersten Reihe sitzende Frau am Kopf traf. Die Vorstellung wurde daraufhin abgebrochen. Zunächst hatte die »Berliner Zeitung« über den Vorfall berichtet. Die Schaubühne Berlin hat den Vorgang auf SPIEGEL-Anfrage bestätigt.
»Wir bedauern den unglücklichen Vorfall bei der gestrigen Vorstellung von ›Richard III.‹ zutiefst und stehen noch immer unter Schock«, heißt es von dem Theater. Eidinger haben am Freitagmorgen bereits mit der verletzten Besucherin telefoniert, »um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen.« Auch die Schaubühnenleitung stehe in Kontakt zu ihr.
Laut dem Bericht der »Berliner Zeitung« hatte Eidinger sich nach dem Unfall am Donnerstag sofort bei der Zuschauerin entschuldigt. Als er sah, dass die Frau am Kopf blutete, habe Eidinger gefragt, ob sich unter den Zuschauern ein Arzt befinde. Es meldete sich demnach eine Ärztin, die die verletzte Zuschauerin aus dem Saal begleitete und die Erstversorgung durchführte.
Eidinger war laut dem Bericht »sichtlich schockiert« und sagte, dass die Vorstellung wegen des Vorfalls abgebrochen werde.
Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.
Das Theater gab an, die Abläufe bei der Fechtszene, während der es zu dem Unfall kam, noch einmal neu zu überprüfen. Die kommenden Vorstellungen von »Richard II.« könnten aber wie geplant stattfinden.
Schauspieler, heißt es, sind eitel. Lars Eidinger ist jemand, der ständig im Mittelpunkt steht. Ist er ein Narzisst? Lesen Sie hier ein Interview mit dem Schauspieler über einen missverstandenen Begriff und die Frage, warum er so oft nackt spielt.
