SpOn 21.02.2026
19:42 Uhr

Berlinale: Sandra Hüller als beste Schauspielerin bei Berlinale geehrt


Erstmals seit mehr als 20 Jahren gewinnt der Film eines deutschen Regisseurs: İlker Çatak erhält den Goldenen Bären für »Gelbe Briefe«. Sandra Hüller wird für ihre Rolle in »Rose« als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Berlinale: Sandra Hüller als beste Schauspielerin bei Berlinale geehrt

»Gelbe Briefe« erzählt die Geschichte eines türkischen Künstlerpaares aus der Theaterwelt in Ankara. Das Paar positioniert sich politisch, verliert seine Arbeit und gerät in materielle Not. Der Berliner Regisseur İlker Çatak hat für das Politdrama den Goldenen Bären erhalten. Damit gewinnt erstmals seit mehr als 20 Jahren der Film eines deutschen Regisseurs die wichtigste Auszeichnung des Filmfestivals. Lesen Sie hier mehr zu »Gelbe Briefe«.

Die Schauspielerin Sandra Hüller ist bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle im Drama »Rose« von Markus Schleinzer.

Sandra Hüller auf der Berlinale

Sandra Hüller auf der Berlinale

Foto: Axel Schmidt / REUTERS

Hüller verkörpert darin eine Frau, die sich im 17. Jahrhundert in einem kleinen, abgelegenen Dorf als Mann ausgibt. Einzig so sieht sie die Chance auf ein freies, selbstbestimmtes Dasein. Als sie entlarvt wird, kennt die Dorfgemeinschaft kein Erbarmen. Der österreichische Regisseur Schleinzer erzählt die Geschichte in strengen Schwarz-Weiß-Bildern.

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Die Thüringerin gewann bereits im Jahr 2006 den Silbernen Bären als beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Drama »Requiem«. Vor zwei Jahren war sie für ihre Hauptrolle im Justizdrama »Anatomie eines Falls« für einen Oscar nominiert.

Und das sind die Preisträger im Überblick:

  • Goldener Bär für den besten Film: »Gelbe Briefe« von İlker Çatak

  • Silberner Bär Großer Preis der Jury: »Kurtuluş« von Emin Alper

  • Silberner Bär Preis der Jury: »Queen at Sea« von Lance Hammer

  • Silberner Bär für die beste Regie: Grant Gee für »Everybody Digs Bill Evans«

  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle: Sandra Hüller in »Rose«

  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle: Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay in »Queen at Sea«

  • Silberner Bär für das beste Drehbuch: Geneviève Dulude-de Celles für »Nina Roza«

  • Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung: Anna Fitch und Banker White für »Yo (Love is a Rebellious Bird)«

  • Bester Dokumentarfilm: »If Pigeons Turned to Gold« von Pepa Lubojacki

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Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle sagte zum Abschluss der Gala, dass das Festival kein Ort des Stillseins sei. Das sei manchmal unbequem und werde kritisiert, aber es sei wichtig, dass es passiere. Die Berlinale verteidige das Recht eines jeden Menschen, seine Stimme zu erheben. Man stelle sich gegen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Entmenschlichung und schaffe Orte und Räume für Komplexität.

In den vergangenen anderthalb Wochen war Kritik an der Festivalleitung und dem Jury-Präsidenten Wim Wenders laut geworden. Wenders hatte zum Auftakt der Filmfestspiele im Kontext einer Frage zum Nahostkonflikt gesagt, Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten. Dem hatten zahlreiche Künstler in der Folge widersprochen.

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Warum Sandra Hüller in »Rose« brilliert, lesen Sie hier.

cop/kha/dpa/KNA