SpOn 07.02.2026
09:20 Uhr

Berlin: Zahlreiche Hinweise nach Anschlag auf Stromnetz


Die Täter hinter dem Brandanschlag in Berlin sind noch immer nicht gefasst. Alexander Dobrindt erhofft sich Unterstützung aus der linksextremen Szene.

Berlin: Zahlreiche Hinweise nach Anschlag auf Stromnetz

Nach der Aussicht auf eine Belohnung haben Ermittler zahlreiche Hinweise zum Brandanschlag in Berlin erreicht. »Denen geht das BKA nun nach«, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland  (RND). Noch könne er »nicht sagen, ob eine Spur dabei ist«.

Die Ermittler setzen offenbar auf das mutmaßliche Umfeld der Täter. »Wir glauben, dass es innerhalb der linksextremistischen Szene sehr unterschiedliche Einschätzungen über den Erfolg des Anschlags gibt«, sagte Dobrindt. Tausende Berliner hätten bei Minusgraden tagelang ohne Strom und Heizung auskommen müssen. »Darum kann ich mir gut vorstellen, dass aus dieser Szene Hinweise auf die Täter kommen könnten.«

Wer der Polizei bis zum 24. Februar entscheidende Informationen liefert, soll mit bis zu einer Million Euro belohnt werden. Das gelte aber nur für Hinweise, die tatsächlich dazu führen, dass der oder die Täter gefasst werden. Mitwisser sollten sich schnell entscheiden: Sie hätten »keine zwölf Monate Zeit, um zu überlegen, ob sie auf der richtigen Seite stehen wollen«.

Am 3. Januar hatten Personen bei einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag mehrere Starkstromkabel in Berlin beschädigt. Zeitweise waren 45.000 Haushalte in der Hauptstadt ohne Strom. Hinter der Tat soll die »Vulkangruppe« stehen, ein antikapitalistisches und radikalökologisches Kollektiv . Ein entsprechendes Bekennerschreiben halten die Sicherheitsbehörden für echt.

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Etwa ein Dutzend Anschläge, meist an Bahntrassen, Starkstromleitungen und Funkmasten, sollen seit 2011 auf das Konto der Gruppierung gehen. Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

Der angegriffene Punkt im Stromnetz war lange vor dem Anschlag nahezu ungeschützt, die Kabel lagen teils offen. Das zeigen Videos und Fotos, die dem SPIEGEL vorliegen. Mehr dazu lesen Sie hier .

esw/dpa