SpOn 07.01.2026
20:18 Uhr

Berlin: Ursprüngliche »Vulkangruppe« distanziert sich von »Vulkangruppe«


Eine frühere »Vulkangruppe« hat sich mit einem neuen Schreiben zu Wort gemeldet. Die Autorinnen und Autoren distanzieren sich darin von den jüngsten Anschlägen in Berlin.

Berlin: Ursprüngliche »Vulkangruppe« distanziert sich von »Vulkangruppe«

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz und der Veröffentlichung eines weiteren mutmaßlichen Bekennerschreibens der »Vulkangruppe«  ist auf der Plattform Indymedia ein dritter Text der »Vulkangruppe« aufgetaucht. Darin heißt es, die Verfasserinnen und Verfasser seien die ursprüngliche »Vulkangruppe« von 2011.

Die Autoren distanzierten sich »ausdrücklich von allen Aktionen der letzten Jahre, die unter unserem Namen oder mit Bezug auf uns durchgeführt wurden«. Man habe sich »gegen Kriegspolitik, nicht gegen gesellschaftliche Grundversorgung« gerichtet.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stuft das Distanzierungsschreiben der 2011er-»Vulkangruppe« als authentisch ein. Der Geheimdienst geht davon aus, dass es sich bei den »Vulkangruppen« um lose Netzwerke aus dem Bereich des militanten Anarchismus handelt, nicht um eine zentral geführte Organisation.

Mutmaßliche Stromausfall-Täter weisen Spekulationen zurück

Bereits zuvor waren zwei Bekennerschreiben öffentlich geworden. Das zweite, das vom BfV ebenfalls als authentisch eingestuft wird, wies Spekulationen über eine mögliche Beteiligung russischer Akteure zurück.

Darin heißt es unter anderem: »Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen ›False-Flag-Aktion‹ eines ausländischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren.« Die Gruppe schreibt weiter, dass Angriffe auf Infrastruktur auch von inländischen Akteuren möglich seien. Wer hinter jeder Form von Sabotage einen fremden Geheimdienst vermute, verweigere sich der Realität gesellschaftlicher Konflikte im Inneren.

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Stromausfall in Berlin

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Sebastian Gollnow / Sebastian Christoph Gollnow / dpa

Am Morgen des 3. Januar war an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal ein Feuer ausgebrochen, das wichtige Versorgungsleitungen zerstörte. Der Brand führte zu einem Stromausfall im Südwesten Berlins, von dem in der Spitze mehr als 45.000 Haushalte betroffen waren. Der Blackout umfasste auch Pflegeeinrichtungen für alte und kranke Menschen. Mittlerweile werden die Menschen im Südwesten von Berlin wieder mit Strom versorgt.

Wenig später verschickten anonyme Urheber, die sich als »Vulkangruppe: Den Herrschenden den Saft abdrehen« bezeichneten, ein Bekennerschreiben. Demnach sollte das Ziel ihres Anschlags ein Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde sein, um »die Ausbeutung der Erde zu unterbrechen«. Der Angriff sei »ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen«.

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Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Mit einem Brandanschlag kappten mutmaßlich Linksextreme die Stromverbindung für 45.000 Haushalte. Die sogenannten Vulkangruppen verüben seit Jahren Brandanschläge in Berlin. Was über die Gruppierung bekannt ist, lesen Sie hier .

luc/dpa