SpOn 09.12.2025
13:54 Uhr

Berlin: Tötung am Humboldt-Forum, Polizei nimmt acht Männer fest


Drei Monate nach einer tödlichen Messerattacke in Berlin-Mitte haben Ermittler acht Verdächtige gefasst. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel warnt vor einer »Kriminalisierung« des Touristenhotspots.

Berlin: Tötung am Humboldt-Forum, Polizei nimmt acht Männer fest

Drei Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 20-Jährigen am Berliner  Humboldt Forum hat die Polizei acht Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft  handelt es sich um Jugendliche und Männer im Alter von 16 bis 22 Jahren. Gegen sie wird wegen des Todes des jungen Mannes ermittelt. Er war am 12. September mit mehreren Messerstichen, auch ins Herz, lebensgefährlich verletzt worden und später in einem Krankenhaus gestorben.

Laut Staatsanwaltschaft wurden am Montag sieben Beschuldigte einem Richter am Amtsgericht Tiergarten vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle in Vollzug. Ein weiterer Beschuldigter wird demnach diesen Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an.

Details noch offen

Zur Staatsangehörigkeit der Verdächtigen machte die Staatsanwaltschaft »aus ermittlungstaktischen Gründen« keine Angaben. Auch ob aktuell noch nach weiteren Tatverdächtigen gesucht werde, wollte der Sprecher nicht sagen. Genaue Angaben zum Alter aller mutmaßlichen Beteiligten machte der Sprecher ebenfalls nicht.

Der Angriff ereignete sich nahe dem bei Touristen beliebten Kulturzentrum, in dem mehrere Museen untergebracht sind. Nach bisherigen Ermittlungen war der Getötete mit zwei weiteren Männern unterwegs. Der junge Mann wurde demnach von einer Gruppe aus etwa 15 Menschen angegriffen. Seine Begleiter im Alter von 22 und 23 Jahren wurden leicht verletzt.

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Die Hintergründe der Auseinandersetzung blieben danach unklar. Unmittelbar nach der Gewalttat gab es nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft keine Festnahmen.

Messerstecherei knapp drei Wochen vorher

Schon knapp drei Wochen zuvor war es am Humboldt Forum zu einer Messerstecherei zwischen zwei Gruppen gekommen, bei der nach Polizeiangaben sechs Männer verletzt wurden. Ein 24-Jähriger wurde lebensgefährlich am Rücken verletzt und in einem Krankenhaus operiert. Die anderen Männer im Alter von 20 bis 26 Jahren erlitten nach Polizeiangaben Stich- und Schnittverletzungen an Händen, Beinen sowie an Becken und Oberkörper. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei allen festgestellten Beteiligten um afghanische Staatsbürger.

Nach der tödlichen Auseinandersetzung hatte die Polizei ihre Präsenz am Humboldt Forum verstärkt. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel sagte, man werde einer »Kriminalisierung« dieses vor allem bei Touristen beliebten Ortes deutlich entgegentreten. »Dieser zentrale Punkt unserer Stadt soll von allen Menschen in der Stadt sicher nutzbar sein, um sich zu entspannen. Messer haben dort keinen Platz!«, sagte sie.

atr/dpa