SpOn 04.01.2026
10:28 Uhr

Berlin: Stromausfall in Südwesten – Schulen und Kitas raten zur Verlängerung des Urlaubs


Kein Licht, keine Heizung – keine Schule? Der Stromausfall im Berliner Südwesten dürfte in den nächsten Tagen auch den Unterricht und die Kitas lahmlegen.

Berlin: Stromausfall in Südwesten – Schulen und Kitas raten zur Verlängerung des Urlaubs

Aufgrund des Stromausfalls im Berliner Südwesten dürften sich für einige Schülerinnen und Schüler die Ferien verlängern. Eigentlich sollte der Unterricht nach den Weihnachtsferien am Montag wieder beginnen, einen normalen Schulalltag dürfte es aber in den meisten Einrichtungen in den nächsten Tagen nicht geben. Auch die Kitas sind betroffen.

Von einer allgemeinen Schulschließung wollte Zehlendorfs Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg nicht sprechen. »Aber wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihre Kinder zu jemand anderem zu bringen, selbst noch zu verreisen oder die Tage woanders zu überbrücken, dann ist es nicht das Problem, dass die Kinder dann nicht zur Schule gehen«, sagte Schellenberg am Samstagabend in der RBB-«Abendschau». Es werde mit Sicherheit keinen regulären Betrieb geben.

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Stromausfall in Berlin

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Sebastian Gollnow / Sebastian Christoph Gollnow / dpa

Der Deutschen Presse-Agentur lag zudem ein Schreiben einer Schule in Lichterfelde an die Eltern vor, wonach die Einrichtung am Montag dicht bleibt. »Wenn Sie momentan mit Ihren Kindern im Warmen und im Hellen sind und dort auch noch bleiben wollen/können, tun Sie das bitte. Wir rechnen momentan damit, dass die Schule frühestens am Donnerstag wieder offen sein wird«, hieß es in der Mail von Samstag weiter.

»Aber wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihre Kinder zu jemand anderem zu bringen, selbst noch zu verreisen oder die Tage woanders zu überbrücken, dann ist es nicht das Problem, dass die Kinder dann nicht zur Schule gehen.«

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter sagte am Sonntag, der Bezirk sei bemüht, alternative Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu finden, deren Eltern selbst keine Betreuung ermöglichen könnten.

Derweil arbeiten die Mitarbeiter von Stromnetz Berlin mit Hochdruck an der Reparatur der Schäden. Im Stadtteil Lichterfelde und einigen angrenzenden Quartieren konnten bis zum frühen Morgen rund 7000 Haushalte und 150 Gewerbebetriebe wieder ans Netz angeschlossen werden.

Rund 38.000 Haushalte und mehr als 2000 Gewerbekunden sind allerdings noch immer ohne Strom. Auch der S-Bahn-Verkehr und der Regionalverkehr sind teilweise weiter unterbrochen. Die S1 (Oranienburg - Wannsee) fahre aufgrund des Ausfalls der Stromversorgung und eines Stellwerksausfalls zwischen Zehlendorf und Wannsee nicht, teilte die S-Bahn Berlin mit. Die S7 (Ahrensfelde - Potsdam) sei zwischen Charlottenburg und Potsdam Hauptbahnhof unterbrochen. Auch die Regionalexpress-Linien RE1 und RE7 seien davon betroffen. Der Versorger geht weiterhin davon aus, dass der Stromfluss erst am Donnerstagnachmittag wieder vollständig hergestellt sein wird.

Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Dem für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz lag ein Bekennerschreiben vor, das nach offiziellen Angaben auf Echtheit geprüft wurde. Wer dahinterstecken könnte, war zunächst nicht bekannt. Man gehe von einer mutwilligen Tat aus, sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD).

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Die Polizei zeigte mit Hunderten Beamten verstärkt Präsenz auf den dunklen, verschneiten Straßen. An einigen Punkten errichtete sie Lichtmasten, um mehr Sicherheit und Sichtbarkeit zu schaffen. Der Stromausfall bedeutete, dass neben der Straßenbeleuchtung auch Alarmanlagen nicht mehr funktionierten.

Schon tagsüber mussten Supermärkte und viele Läden schließen, weil ohne Elektrizität nichts mehr ging. Heizungen funktionieren ohne Strom ebenfalls meist nicht, weil der für Pumpen und Regler gebraucht wird. Auch die Fernwärme war nach Angaben des Senats beeinträchtigt.

mik/dpa