Der Stromausfall im Südwesten Berlins ist offenbar Folge eines politisch motivierten Anschlags: Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten ist authentisch, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) der Nachrichtenagentur dpa mit.
Das Schreiben soll laut »Tagesspiegel« von der linksextremistischen »Vulkangruppe« stammen. »Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert«, heißt es darin etwa. »Der Angriff auf das Gaskraftwerk ist ein Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen.«
Stromausfall in Berlin
Sebastian Gollnow / Sebastian Christoph Gollnow / dpa
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sprach während der noch andauernden Ermittlungen bereits über die möglichen Täter: »Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden«, sagte er.
Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Von dem Stromausfall waren zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Bereits am Samstag sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), man gehe von einer mutwilligen Tat aus. Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden, so Giffey selbst im RBB.
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Es werde mehrere Tage dauern, bis voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden können.
Die »Vulkangruppe« rühmte sich bereits vor fast zwei Jahren mit einem Anschlag auf das Tesla-Werk in Grünheide. Was über die Gruppe bekannt ist, lesen Sie hier.
