SpOn 13.05.2026
10:29 Uhr

Berlin: Polizei geht mit Großrazzia gegen Verbreitung von Schusswaffen vor


Berlin hat zuletzt vermehrt Schusswaffendelikte registriert. Die Polizei will diese Entwicklung stoppen, unter anderem mit umfangreichen Durchsuchungen. Seit dem Morgen sind Hunderte Beamte im Einsatz.

Berlin: Polizei geht mit Großrazzia gegen Verbreitung von Schusswaffen vor

Mit einer großen Razzia geht die Berliner Polizei gegen Organisierte Kriminalität und die Verbreitung von Schusswaffen vor. Zahlreiche Polizisten durchsuchten ab dem frühen Morgen Wohnungen und andere Räume in verschiedenen Ortsteilen, unter anderem in Neukölln und Kreuzberg.

Neun Verdächtige wurden nach Angaben von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) festgenommen. Mehrere Hundert Polizisten waren demnach im Einsatz, um die rund 20 Objekte zu durchsuchen. Darunter waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus Berlin, anderen Bundesländern und die GSG 9 der Bundespolizei.

»Über Monate hinweg mit hoher Intensität vorbereitet«

Spranger betonte, die speziell gegen Organisierte Kriminalität und illegalen Waffenhandel eingerichtete Ermittlungseinheit »Ferrum« (»Eisen«) des Landeskriminalamtes (LKA) habe den Einsatz »über Monate hinweg mit hoher Intensität vorbereitet und vorangetrieben«. Die Polizei halte den Ermittlungsdruck zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität weiterhin aufrecht.

»Wer mit Waffen unsere Straßen unsicher macht, bekommt die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren«, so Spranger. Berlin und die Innenministerkonferenz hätten eine Initiative für schärfere Gesetze gestartet. Der Bund sei nun gefordert.

Auch Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lobte den Einsatz ihrer Staatsanwaltschaft und kündigte an, die kriminellen Strukturen weiter gezielt zu bekämpfen. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls eine spezielle Ermittlungsgruppe »Telum« (»Angriffswaffe«) eingesetzt.

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Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte, die Polizei arbeite intensiv daran, die Welle an Schießereien auf den Straßen einzudämmen und gegen kriminelle Strukturen vorzugehen. Zugleich müsse sie aber mehr Möglichkeiten erhalten, effektiv Handys von Verdächtigen abzuhören, Daten zu speichern und mit moderner Software auszuwerten.

2025 zählte die Berliner Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch, etwas mehr als die Hälfte waren Drohungen, in 515 Fällen wurde geschossen. Das waren den Angaben zufolge insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Jahr 2024.

wit/dpa