SpOn 01.03.2026
15:15 Uhr

Berlin: Mehr als 12.000 Menschen besuchen sanierte Hohenzollerngruft


Bis zu einer Stunde standen Neugierige in der Schlange: Im Berliner Dom ist die Grabstätte der Hohenzollern wieder geöffnet. Sechs Jahre war sie wegen Umbauarbeiten nicht zugänglich.

Berlin: Mehr als 12.000 Menschen besuchen sanierte Hohenzollerngruft

Mehr als 12.000 Menschen haben an diesem Wochenende die Hohenzollerngruft im Berliner Dom besichtigt, teilte der Dom mit. Die Gruft war nach einer sechs Jahre dauernden Sanierung erstmals wieder für Besucher zugänglich.

Feuchtigkeit und Schimmel

Die Hohenzollerngruft zählt nach Angaben des Doms zu einer der größten Grablegen Europas. Sie umfasst 91 Särge aus fünf Jahrhunderten. In ihnen ruhen die Überreste von Angehörigen aus dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern, etwa dem ersten Preußenkönig Friedrich I. und seiner Frau Sophie Charlotte.

Die Gruft zog im Lauf der Geschichte mehrfach um, zuletzt Ende des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1944 wurde sie bei einem Bombenangriff stark zerstört, erst seit dem Jahr 1990 war sie für Besucher zugänglich.

Särge von Angehörigen der Hohenzollern in der Gruft

Särge von Angehörigen der Hohenzollern in der Gruft

Foto: Soeren Stache / dpa

Zuletzt besichtigen die Gruft nach Angaben des Doms mehr als 700.000 Menschen im Jahr. Die Besucher setzten jedoch dem Klima in den Räumen zu. Feuchtigkeit und Wärme machten den Särgen zu schaffen, Schimmelpilze bildeten sich.

In den vergangenen sechs Jahren war die Gruft umfangreich saniert worden. Ein neuer Rundgang wurde eingerichtet und eine Klimaanlage installiert. Für den barrierefreien Zugang wurde ein Aufzug eingebaut.

Weimer: Einzigartiger Erinnerungsraum

Am Samstag standen Besucher bei einem Tag der offenen Tür teils bis zu einer Stunde an. Am Sonntag fand ein Festgottesdienst statt, im Anschluss sprach unter anderem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos).

Man mache einen »einzigartigen Erinnerungsraum wieder zugänglich – einen Ort, an dem europäische und deutsche Geschichte erfahrbar wird«, sagte Weimer. Die Gruft stelle »einen einzigartigen Erinnerungsort für das kulturelle Leben in Berlin dar«.

msk/dpa