Schüsse mitten in Berlin: Aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug ist vor einem großen Polizeigelände im Stadtteil Moabit ein Mann angeschossen und schwer verletzt worden. Der 22-Jährige erlitt in der Nacht eine Schussverletzung am Bein und wurde im Krankenhaus operiert, wie die Polizei mitteilte .
Als der Mann von dem Schuss getroffen wurde, stand er laut einer Polizeisprecherin in einer Gruppe von mehreren Personen auf dem Gehweg. Weitere Hintergründe zu der Tat im Stadtteil Moabit seien noch unklar. Es gebe noch keine Hinweise zu einem Verdächtigen, teilte die Sprecherin mit. Die Kriminalpolizei ermittelt.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung. »Natürlich ist es nichts Neues, dass auf Berlins Straßen Schüsse fallen. Aber dass hier jemand einen Menschen direkt vor einem Polizeiabschnitt skrupellos niederschießt, zeigt eine Dimension, die niemand mehr schönreden kann.« International agierende Banden loteten in Berlin mit Waffengewalt Geschäftsfelder neu aus.
Die Schusswaffengewalt in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. 2025 registrierte die Polizei 1119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne einen tatsächlichen Schuss. In Berlin hat das Landeskriminalamt mit seiner Sondereinheit »Ferrum« inzwischen weit mehr als 600 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Mehr als 4000 Fahrzeuge und Hunderte Lokale und Geschäfte wurden überprüft. Mehrere Hundert Menschen wurden laut Polizei im Rahmen der Maßnahmen vorübergehend festgenommen.
