Nach einer Serie von Tabakdiebstählen aus Güterzügen sind fünf Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach vier der Angeklagten des schweren Bandendiebstahls sowie der Steuerhinterziehung schuldig. Mit fünf Jahren und zehn Monaten Haft erging gegen einen 33-Jährigen die höchste Strafe. Die weiteren Männer erhielten Strafen zwischen drei Jahren sowie drei Jahren und elf Monaten. Ein 53-Jähriger wurde wegen Hehlerei verurteilt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
»Container wurden aufgeflext, Kartons abgeworfen und von Beteiligten eingesammelt«, sagte der Vorsitzende Richter. Die Mitglieder der Bände hätten »Hand in Hand, organisiert, planvoll und in wechselnder Beteiligung« agiert. Transporte seien ausgekundschaftet und zielgerichtet überfallen worden.
Mehr als drei Millionen Zigaretten erbeutet
Die Täter sollen laut Anklage Mitglieder einer Bande gewesen sein, die seit Juli 2020 immer wieder Güterzüge attackiert und insgesamt mehr als drei Millionen Zigaretten habe. Einem Staatsanwalt zufolge habe es sich um hochwertige, für den westeuropäischen Markt bestimmte, originalverpackte und unter Steueraussetzung transportierte Zigarettenladungen gehandelt.
Anschließend wurde die Beute laut Ermittlungen in Transportfahrzeuge geladen und überwiegend an einen 53-jährigen Angeklagten geliefert, der das Diebesgut verkauft habe. Insgesamt sei ein Schaden von fast einer Million Euro entstanden.
Die deutschen Behörden hatten in dem Fall seit September 2022 mit der niederländischen und rumänischen Polizei sowie Europol ermittelt. Ende Februar dieses Jahres wurden bei einer großen Aktion 17 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen und Rumänien sowie eine Lagerstätte in den Niederlanden durchsucht und mehrere Männer festgenommen.
