Hinweise zu mutmaßlichen Tätern beim Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin sollen mit einer Million Euro belohnt werden. Diese Summe habe »der Bund« ausgelobt, sagte die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. »Wir sprechen hier über Terrorismus.«
Eine Sprecherin der zuständigen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte sich am Montag auf SPIEGEL-Anfrage zunächst nicht zu dem Vorgang äußern. Das Bundesinnenministerium verwies bei Fragen zur Belohnung auf die Behörde in Karlsruhe. Sie hatte die Ermittlungen zu dem Brandanschlag vom 3. Januar an sich gezogen und führt sie gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt.
- Anschläge auf das Berliner Stromnetz: Dieser Quantenphysiker ist der Vordenker der »Vulkangruppe« Von Hannes Schrader
- Anschlag auf das Berliner Stromnetz: Wer steckt hinter der »Vulkangruppe«? Von Sven Röbel und Hannes Schrader
- Anschlag in der Hauptstadt: Berlin jagt die »Vulkangruppe«. Doch noch sind die Stromsaboteure frei
Nach SPIEGEL-Informationen soll in den nächsten Tagen ein offizieller Zeugenaufruf veröffentlicht werden.
Der mutmaßlich von Linksextremisten verübte Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hatte Anfang Januar für mehrere Tage zu einem großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten geführt. Rund 100.000 Menschen waren mitten im Winter ohne Strom, Heizung, Internet und Mobilfunk. Etwa 45.000 Haushalte und 2200 Betriebe waren betroffen.
Das Bekennerschreiben der Linksextremen zum Berliner Stromanschlag verrät, wer sie wohl inspiriert hat: ein promovierter Wissenschaftler aus Köln. Der SPIEGEL war bei einem seiner Vorträge. Lesen Sie hier, was der Mann dort erzählt .
