SpOn 06.08.2026
12:49 Uhr

Berlin: 68 Jahre alter Elektriker gesteht Vergewaltigungsserie


Mittels Schlafmittel und Alkohol soll er mindestens 14 Frauen erst betäubt und dann vergewaltigt haben: Nun hat der Beschuldigte die Taten eingeräumt. Ihm werden noch viele weitere Fälle vorgeworfen.

Berlin: 68 Jahre alter Elektriker gesteht Vergewaltigungsserie

Ein 68-Jähriger hat gestanden, mehr als ein Dutzend Frauen betäubt und vergewaltigt zu haben. Der Mann, dem Übergriffe auf 14 Frauen vorgeworfen werden, erklärte vor dem Landgericht Berlin über seinen Verteidiger Jochen Schöfthaler: »Die Vergewaltigungen räume ich ein.« Auch der in der Anklage geschilderte Ablauf der Taten sei zutreffend. Auf Details ging der Berliner, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, zunächst nicht ein. Dies erfolge möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat 22 Fälle in der Zeit von 2016 bis 2022 angeklagt. Die Vorwürfe lauten unter anderem Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Vier der betroffenen Frauen treten im Prozess als Nebenklägerinnen auf.

Laut Anklage soll der Mann die Frauen im Alter von 50 bis 60 Jahren über Onlinedating-Plattformen kennengelernt haben. Mit Schlafmitteln in Kombination mit Alkohol soll er sie dann bewusstlos gemacht und vergewaltigt haben. Bei einem Teil der Taten habe er Fotos und Videos aufgenommen, so der Vorwurf.

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Entdeckt wurden diese Aufnahmen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin nach einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen. Diese ermittelte wegen ähnlicher Vorwürfe Anfang 2025 gegen einen Mann, der inzwischen gestorben ist. Dieser soll ein Chatpartner des Berliners gewesen sein, der nun vor Gericht steht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wussten die Frauen nichts von den Taten und erfuhren erst im Rahmen der Ermittlungen aufgrund von Videos, was ihnen widerfahren ist. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es insgesamt 58 Betroffene gibt. Zehn mutmaßliche Opfer seien bislang nicht identifiziert worden, hieß es bei der Anklageerhebung.

Der Prozess soll am 18. August fortgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft strebt nach eigenen Angaben neben der Verurteilung des Mannes auch eine Anordnung der Sicherungsverwahrung nach einer Haftstrafe an.

svs/dpa