SpOn 19.02.2026
19:26 Uhr

Belarus: Nikolaj Statkewitsch laut Ehefrau aus Haft entlassen


Als einer der bekanntesten belarussischen Oppositionellen war er in einer Strafkolonie inhaftiert. Jetzt soll Nikolaj Statkewitsch wieder in Freiheit sein.

Belarus: Nikolaj Statkewitsch laut Ehefrau aus Haft entlassen

Der frühere belarussische Präsidentschaftskandidat Nikolaj Statkewitsch ist nach Angaben seiner Ehefrau aus der Haft entlassen worden. »Nikolaj ist zu Hause!«, schrieb Statkewitschs Frau Marina Adamowitsch am Donnerstag auf Facebook. Der 69-Jährige habe einen Schlaganfall erlitten und erhole sich gerade, fügte sie hinzu. Er habe Probleme zu sprechen, »ansonsten ist alles gut. Alles wird gut«, so Adamowitsch.

Statkewitsch war 2010 bei der Präsidentschaftswahl gegen Langzeitmachthaber Alexander Lukaschenko angetreten. Er wurde im Mai 2020 im Vorfeld der größten Massenproteste in der Geschichte des unabhängigen Belarus festgenommen und infolgedessen zu 14 Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

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Im September vergangenen Jahres wurde Statkewitsch nach Vermittlungsbemühungen der US-Regierung zusammen mit Dutzenden anderen politischen Gefangenen freigelassen, darunter auch die bekannte Oppositionspolitikerin Maria Kalesnikava. Er weigerte sich jedoch, seine Heimat zu verlassen. Videoaufnahmen  zeigen ihn wenige Meter vor der Grenze zu Litauen. Er wurde erneut inhaftiert – in eine Strafkolonie im Norden des Landes gebracht, die für ihre harten Haftbedingungen bekannt ist. Statkewitsch hatte bereits zuvor dort unter extremen Bedingungen in Einzelhaft gesessen.

Aus Protest gegen die Wiederwahl Lukaschenkos waren 2020 Hunderttausende Menschen in Belarus auf die Straße gegangen, um gegen politische Unterdrückung und Wahlbetrug zu demonstrieren. Die Proteste wurden niedergeschlagen, Zehntausende Demonstrierende inhaftiert. Nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation »Wjasna« sitzen derzeit mehr als tausend politische Gefangene in belarussischen Gefängnissen.

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Lukaschenko, ein wichtiger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ist seit mehr als 30 Jahren in Belarus an der Macht und unterdrückt dort die Opposition und unabhängige Medien. Seit den Neunzigerjahren, als Lukaschenko an die Macht kam, steht Statkewitsch in Opposition zu ihm. Er organisierte mehr als 30 Demonstrationen gegen den Diktator.

Insgesamt entließ Belarus bisher über 430 politische Gefangene. Der US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn der wieder aufgenommenen Kontakte die Freilassung von 1300 bis 1400 Gefangenen aus Belarus verlangt.

fwu/AFP