Ein leitender Mitarbeiter eines Jugendhilfezentrums im bayerischen Wunsiedel ist wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs festgenommen worden. Der 49 Jahre alte Mann soll einen neun Jahre alten Jungen mehrfach missbraucht haben, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken in Bayreuth und die Staatsanwaltschaft Hof mit.
Die Taten ereigneten sich demnach zwischen 2023 und 2025. Nach ersten Erkenntnissen soll der Junge nicht in der Einrichtung, sondern am Wohnort des Verdächtigen in Hof missbraucht worden sein. Dieser wurde durchsucht, die Polizei fand nach eigenen Angaben auch Beweismittel.
Die Mutter erstattete Anzeige
Die Ermittler seien auf den Mann aufmerksam geworden, nachdem die Mutter des mutmaßlichen Opfers im vergangenen Herbst Anzeige erstattet hatte. Der Junge lebte bis 2024 in der Einrichtung.
Im April 2023 war dort eine Zehnjährige sexuell missbraucht und getötet worden. Für den Missbrauch wurde ein damals 27 Jahre alter Mann zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass es keinen Zusammenhang zu der aktuellen Tat gibt.
Einer der Bewohner, ein damals elf Jahre alter und somit strafunmündiger Junge, soll das Mädchen umgebracht haben .
Der Träger der Einrichtung, die katholische Jugendfürsorge im Bistum Regensburg, teilte mit, man habe den Mitarbeiter im Dezember 2025 vom Dienst freigestellt und die zuständigen Heimaufsichten und Jugendämter informiert. Es gelte die Unschuldsvermutung. Man verhalte sich im laufenden Verfahren neutral und kooperativ, werde aber öffentlich keine weiteren Angaben machen.
Nach Angaben auf der Website der Einrichtung leben dort knapp 90 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mit ihnen arbeiten etwa 80 Fachkräfte.

