Der Fränkische Bund greift Markus Söders (CSU) Vorstoß zur Neuordnung der Bundesländer auf – und fordert ein eigenes Bundesland Franken. Man begrüße es, dass Söder die Neugliederung der Länder anspreche, allerdings denke er »genau in die falsche Richtung«, schreibt der Verein. Demnach seien Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern zu groß. Deshalb gebe es Regierungsbezirke.
Doch: »Wenn eine Verwaltungsreform für die Bundesländer sinnvoll sein und Kosten einsparen soll, dann müssen die neugegliederten Bundesländer ohne Regierungsbezirke und Regierungspräsidien auskommen«, argumentiert Martin Truckenbrodt vom Fränkischen Bund. Dass größere Verwaltungsstrukturen grundsätzlich effizienter wären, habe sich schon öfter als Trugschluss erwiesen. Ein Bundesland Franken hätte fünf bis sechs Millionen Einwohner – eine »gesunde und ausreichende Größe«, findet der Fränkische Bund.
Die 1990 gegründete Organisation Fränkischer Bund setzt sich für die Belange Frankens und für fränkische Tradition ein. Ein eigenes Bundesland Franken mit den drei fränkischen Regierungsbezirken ist Ziel des Vereins.
Hintergrund der Äußerungen war ein Vorstoß von CSU-Chef und Ministerpräsident Söder. Er hatte sich tags zuvor auf der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfränkischen Kloster Banz beschwert, Bayern und andere Bundesländer würden kleinere – ihm zufolge kaum lebensfähige – Bundesländer bezahlen. Welche Neuordnung oder welche Zusammenlegungen ihm vorschweben, sagte Söder nicht.
- Sachsen-Anhalts CDU-Spitzenkandidat: Söder kassiert Absage für Vorstoß zu Länderfusionen – ausgerechnet aus der Union
- Am liebsten noch in diesem Schuljahr: Söder will Hymnenpflicht an Bayerns Schulen bei Abschlussfeiern einführen
- Erzwungene Ruhepause: Markus Söder nervt Ärzte nach Hüft-OP mit Halbwissen aus »Dr. House«
Die Hürden für eine Neugliederung von Bundesländern sind hoch: Dafür ist ein Bundesgesetz nötig, zudem müssen die Bürger in den betreffenden Ländern oder Stadtstaaten bei einem Volksentscheid zustimmen. 1996 scheiterte deshalb eine Zusammenlegung von Berlin und Brandenburg.
