Verkehrsminister Patrick Schnieder hat die Baufreigabe für Neubauprojekte bei Autobahnen und Bundesstraßen erteilt. »Endlich Baustelle«, sagte der CDU-Minister. Mancher verbinde damit Stau, Umleitung und Lärm. Es sei aber vor allem ein Versprechen, dass es losgehe und Verbesserungen gebe. Die Länder und die Autobahn GmbH könnten jetzt die Ausschreibungen einleiten und dann mit dem Bau beginnen.
Laut dem Verkehrsministerium geht es um 16 Bundesstraßen- und sieben Autobahn-Neubauprojekte in zwölf Bundesländern. Dabei sollen Baulücken geschlossen oder Ortsumgehungen fertiggestellt werden.
Baden-Württemberg
A8: AS Mühlhausen – Hohenstadt (Albauf- und -abstieg)
Bayern
B11: Verlegung bei Schweinhütt
B25: Ortsumgehung Dinkelsbühl
B173: Johannisthal – Kronach
B299: Ortsumgehung Waldsassen/Kondrau
B303: Verlegung Sonnefeld – Johannisthal, 3. Bauabschnitt
A3: AK Deggendorf – AS Hengersberg
Brandenburg
B112: Ortsumgehung Frankfurt (Oder), 3. Bauabschnitt
Hessen
B44: Groß-Gerau/Dornheim
B49: Ortsumgehung Reiskirchen und Ortsumgehung Lindenstruth
B275: Ortsumgehung Idstein/Eschenhahn
Mecklenburg-Vorpommern
B110: Ortsumgehung Dargun
Niedersachsen
A20: Westerstede (A28) – Jaderberg (A29)
Nordrhein-Westfalen
B64: Höxter/Godelheim – Höxter einschließlich Anschluss
B83: Beverungen/Wehrden – Höxter/GondelheimA43 – AS Bochum-Gerthe – AS Bochum-RiemkeA57 – AS Krefeld-Oppum – AS Krefeld-Gartenstadt
Rheinland-Pfalz
B50: »Zolleiche« – Kreisgrenze Bernkastel-Wittlich/Rhein-Hunsrück-Kreis
A1: Kelberg – Adenau
Sachsen
B169: Salbitz – B6, 3. Bauabschnitt
Sachsen-Anhalt
B188: Ortsumgehung Miesterhorst
Schleswig-Holstein
A20: Wittenborn (B206) – Weede
Thüringen
B4: Sundhäuser Berge
Der Bund investiert für die Bundesstraßen 710 Millionen Euro, bei den Autobahnen sind es 3,6 Milliarden. Der Koalitionsausschuss von Union und SPD hatte sich im Oktober darauf verständigt, in den Jahren 2026 bis 2029 zusätzlich drei Milliarden Euro im Infrastruktur-Sondertopf für den Erhalt von Brücken und Tunneln bereitzustellen.
Kritik kam dagegen von den Grünen im Bundestag: »Wir haben heute schon mehr Straßennetz, als wir nachhaltig instand halten können. In dieser Situation bedeutet jedes Neubauprojekt, dass der Anteil der Straßen, die nicht instand gehalten werden können, noch größer wird«, so Grünen-Haushaltsexpertin Paula Piechotta. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie begrüßte die Baufreigabe.

