SpOn 25.01.2026
21:04 Uhr

Barack Obama warnt nach tödlichen Schüssen in Minneapolis vor Angriff auf US-Werte


Der gewaltsame Tod von Alex Pretti soll »ein Weckruf für alle Amerikaner« sein, sagt der frühere US-Präsident Barack Obama. Gemeinsam mit seiner Frau Michelle ruft er zu friedlichen Protesten auf.

Barack Obama warnt nach tödlichen Schüssen in Minneapolis vor Angriff auf US-Werte

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die tödlichen Schüsse bei einem Einsatz von Bundesbeamten in Minneapolis scharf verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung mit seiner Frau Michelle bezeichnete er die Tötung des 37-jährigen Alex Pretti als »herzzerreißende Tragödie«.

Diese müsse zugleich ein »Weckruf für alle Amerikaner jenseits politischer Lager« sein. In der Erklärung, die Obama auf der Plattform X gepostet hat, heißt es, viele der fundamentalen Werte der Nation stünden »zunehmend unter Angriff«.

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Der Krankenpfleger Pretti wurde am Samstag am Rande einer bundesweiten Abschiebeaktion von einem oder mehreren Beamten des US-Grenzschutzes auf der Straße erschossen. Laut dem Heimatschutzministerium habe ein Agent »Abwehrschüsse« abgegeben, nachdem sich Pretti mit einer Pistole genähert und einer Entwaffnung »gewaltsam widersetzt« habe.

Schüsse in Minneapolis: Dieses Video zeigt den tödlichen ICE-Einsatz
2 Min

Videoaufnahmen des Vorfalls werfen jedoch erhebliche Zweifel an dieser Darstellung auf. Sie zeigen Alex Pretti zunächst ohne jegliche Waffen in der Hand, lediglich mit einem Handy. Das bestätigen auch Augenzeugen. Er führte allerdings eine Waffe bei sich, die ihm vor den Schüssen von einem Beamten abgenommen wurde.

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Der Vorfall zog in Minneapolis und darüber hinaus Proteste und politische Empörung nach sich. US-Demokraten fordern eine umfassende Untersuchung der tödlichen Schüsse sowie ein Ende der von Präsident Donald Trump angeordneten Abschiebeaktionen in der Stadt, bei denen der Grenzschutz eng mit der Einwanderungsbehörde ICE zusammenarbeitet.

Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump. Seit Beginn der verstärkten Einsätze in Minnesota wurden nach Angaben der US-Regierung rund 3000 Menschen festgenommen. Unter ihnen befand sich zuletzt ein fünfjähriges Vorschulkind, das zusammen mit seinem Vater von ICE-Beamten verhaftet und offenbar in ein Internierungslager in Texas gebracht wurde.

dtt/AFP