Regiert in Nepal bald ein ehemaliger Rapper? Mit der Kandidatur von Balendra Shah, derzeit Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, ist dieses Szenario nun zumindest denkbar.
Der 35-Jährige hat sich der Rastriya Swatantra Partei (RSP) angeschlossen und soll Ministerpräsident werden, falls die RSP die Wahlen am 5. März gewinnt. Die RSP wird von dem ehemaligen Fernsehmoderator Rabi Lamichhane, 50, geführt, der Parteichef bleibt.
Die Partei will die beiden seit Jahrzehnten dominanten politischen Kräfte herausfordern: die Kommunistische Partei Nepals (UML) und die zentristische Kongresspartei.
Mit den Stimmen der Jugend in die Regierung?
Im September kam es im Land zu Protesten junger Menschen gegen die weitverbreitete Korruption. Bei den Unruhen starben mehr als 70 Menschen, das führte zum Rücktritt von Ministerpräsident K.P. Sharma Oli. Shah gilt als inoffizieller Anführer der Bewegung. Er war auch an der Einrichtung einer Interimsregierung beteiligt, welche die Wahlen beaufsichtigen soll. Shah und Lamichhane haben angekündigt, die Forderungen der Jugend aufzugreifen.
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Der Analyst Bipin Adhikari nannte den Zusammenschluss von Shah und Lamichhane in der RSP einen »sehr klugen und strategischen Schritt«. Die traditionellen Parteien fürchteten, ihre jungen Wähler an die RSP zu verlieren.
Die etablierten Parteien bemühen sich derweil, das Potenzial der Herausforderer herunterzuspielen. Ein Sprecher der Kongresspartei sagte, sowohl Shah als auch Lamichhane seien »umstrittene« Persönlichkeiten. Ihr Bündnis werde kaum nennenswerte Auswirkungen haben.
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Lamichhane ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Ihm wird die missbräuchliche Verwendung von Geldern vorgeworfen, die Genossenschaften von Kleinsparern eingesammelt hatten.
Shah werfen Kritiker laut der Nachrichtenagentur Reuters indes vor, bei den Jugendprotesten nur selten öffentlich aufgetreten zu sein und sich vorwiegend online zu Wort gemeldet zu haben. Auch fehle es dem Bündnis der beiden Prominenten bislang an einem klaren Programm, berichtet etwa die »Kathmandu Post« .
Bei den Wahlen im März sind laut Wahlkommission 19 Millionen der insgesamt 30 Millionen Einwohner abstimmungsberechtigt.
