SpOn 20.02.2026
08:10 Uhr

Autobahn GmbH: Warnstreiks an Tunneln – lange Staus in Hamburg erwartet


Bei langen Autobahntunneln hat die Gewerkschaft Ver.di Beschäftigte in den Leitzentralen zum Ausstand aufgerufen. Mancherorts in Bayern und Hessen wird durch Warnstreiks auch mit Ausfällen im Nahverkehr gerechnet.

Autobahn GmbH: Warnstreiks an Tunneln – lange Staus in Hamburg erwartet

Autofahrer müssen wegen der Warnstreiks bei der Autobahn GmbH mit Verzögerungen auf der Straße rechnen: Die Gewerkschaft Ver.di hat im schwelenden Tarifkonflikt Beschäftigte des bundeseigenen Unternehmens in Tunnelleitzentralen in Hamburg, Duisburg und Hamm zum vorübergehenden Ausstand aufgerufen.

Am Hamburger Elbtunnel sowie in den Lärmschutztunneln Stellingen und Schnelsen stehen deshalb weniger Spuren pro Richtung zur Verfügung. Ab 22 Uhr soll die Autobahn unter der Elbe wegen Bauarbeiten übers Wochenende zudem komplett gesperrt werden. Anschließend ist bis Dienstagfrüh ein weiterer Warnstreik angekündigt. Insgesamt 96 Stunden lang soll auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung wenig oder gar nichts gehen, die Polizei rät zum Umstieg auf die Bahn.

Wer macht den Notdienst?

In Nordrhein-Westfalen könnte es trotz Streikaufrufs bei der Autobahn GmbH heute womöglich glimpflicher ablaufen. Davon gehen zumindest die Niederlassungen Rheinland und Westfalen der bundeseigenen Autobahn GmbH aus. Ein Sprecher der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH sagte, es gebe Notdienstvereinbarungen. Die Beschäftigten in den Tunnelleitzentralen überwachen rund 20 lange Autobahntunnel in dem Bundesland.

Ver.di betonte, eine solche Notdienstvereinbarung für NRW sei nicht getroffen worden. Ein Gewerkschaftsvertreter warnte zudem davor, Personal aus anderen Bereichen für die Tunnelzentralen abzuziehen. Falls es zu Unfällen komme, seien routinierte Profis gefragt.

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Die Gewerkschaft fordert im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro monatlich mehr. Das Unternehmen erklärte im Januar, es gelte, Lösungen zu finden, die sowohl die exzellente Leistung der 15.000 Mitarbeiter würdigten als auch die finanziellen Realitäten eines bundeseigenen Unternehmens abbildeten.

Auch im öffentlichen Nahverkehr gibt es diesen Freitag wieder Warnstreiks. Ver.di hat Beschäftigte in Wiesbaden, Regensburg, Passau und Landshut zum vorübergehenden Ausstand aufgerufen. Die örtlichen Stadtwerke rechnen jeweils mit Beeinträchtigungen im Busverkehr.

Gestritten wird über den Tarifvertrag Nahverkehr TV-N. Die Verhandlungen werden in allen Bundesländern geführt. In Hessen geht es allerdings nicht um die Gehälter, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Die sind einer Gewerkschaftsstudie zufolge in Deutschland für Bus- und Bahnfahrer äußerst unattraktiv.

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apr/dpa