SpOn 04.12.2025
12:08 Uhr

Australien: Meta wirft Kinder von seinen Plattformen


Allein Instagram soll in Australien Hunderttausende User unter 16 haben. Damit soll nun Schluss sein, ab nächster Woche gelten für Social-Media-Plattformen neue Regeln.

Australien: Meta wirft Kinder von seinen Plattformen

Kommenden Mittwoch, am 10. Dezember, tritt in Australien das weltweit viel beachtete Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft. Bereits in dieser Woche aber hat Mark Zuckerbergs Konzern Meta begonnen, zu junge User von seinen Plattformen Facebook und Instagram auszuschließen. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP.

»Wir arbeiten intensiv daran, alle Nutzer, von denen wir wissen, dass sie jünger als 16 Jahre sind, bis zum 10. Dezember zu entfernen«, bestätigte ein Meta-Sprecher am Donnerstag. »Die Einhaltung der Gesetze wird jedoch ein fortlaufender und vielschichtiger Prozess sein.«

Der Meta-Sprecher betonte dabei, dass junge Nutzer ihre Historie speichern könnten. »Bevor du 16 wirst, werden wir dich darüber informieren, dass du bald wieder Zugang zu diesen Plattformen haben darfst, und dass deine Inhalte genau so wiederhergestellt werden, wie du sie hinterlassen hast«, lautet das Versprechen des Konzerns an betroffene User.

Den Unternehmen drohen Strafen

Das neue Gesetz setzt Meta, aber auch andere Techfirmen unter Druck zu handeln. Bringen sie keine »angemessenen Maßnahmen« auf den Weg, drohen ihnen Strafen in Höhe von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (etwa 27,8 Millionen Euro). Bislang ist allerdings offen, wie die Umsetzung der neuen Vorgaben kontrolliert werden soll.

Australien ist mit seinem scharf formulierten Gesetz ein weltweiter Vorreiter. Es wird erwartet, dass Hunderttausende von Jugendlichen von dem Verbot betroffen sein werden. Allein Instagram soll etwa 350.000 australische Nutzer im Alter von 13 bis 15 Jahren haben.

Betroffen sind neben Facebook und Instagram unter anderem auch Snapchat und TikTok. Die Messengerdienste WhatsApp und Discord sowie die Spieleplattform Roblox sind bisher ausgenommen.

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Widerspruch per Video oder Ausweis

Die Verantwortung dafür, die richtigen Konten zu löschen, tragen die Betreiber der Plattformen. Die Justiz hat verschiedene Vorgehensweisen geprüft, aber das Gesetz gibt keine bestimmte Methode für die Verifizierung des Alters vor. Meta hat damit begonnen, Konten auf der Grundlage von Informationen wie dem bei der Erstellung angegebenen Alter zu deaktivieren. Nutzer, deren Konto zu Unrecht gelöscht wird, können ihr Alter mit einem Video von sich oder ihrem Ausweis nachweisen.

Die australische Politik rechnet damit, dass Jugendliche versuchen werden, die Regeln zu umgehen, indem sie gefälschte Ausweise oder mit KI manipulierte Fotos von sich vorlegen. Die Plattformen sollen Betrugsversuche mit eigenen Mitteln bekämpfen. »Natürlich wird keine Lösung immer zu 100 Prozent wirksam sein«, räumte die australische Internet-Regulierungsbehörde ein.

mbö/AFP/Reuters