Novak Djokovic hat auf der Jagd nach seinem 25. Grand-Slam-Titel auf glückliche Weise das Halbfinale erreicht – weil sein Gegner Lorenzo Musetti nach einer 2:0-Satzführung im Viertelfinale der Australian Open aufgeben musste. Beim Stand von 6:4, 6:3, 1:3 aus seiner Sicht beendete der Italiener, der sich kurz zuvor am Oberschenkel verletzt hatte, die Partie vorzeitig. Damit profitierte Djokovic bereits zum zweiten Mal in diesem Turnier von einer gegnerischen Verletzung.
Djokovic der selbst mit einer großen Blase am Fuß zu kämpfen hatte, darf damit weiter auf seinen insgesamt elften Titel bei seinem Lieblingsturnier hoffen. Schon im vergangenen Jahr hatte der 38-Jährige bei allen vier Grand Slams das Halbfinale erreicht und war dort jeweils ausgeschieden. Insgesamt steht er nun zum 54. Mal in der Vorschlussrunde bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere.
Lorenzo Musetti: »Habe keine Worte, um zu sagen, wie schwer es für mich ist«
Foto: Hollie Adams / REUTERS»Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer, dass er mir sehr leidtut. Er war der deutlich bessere Spieler, ich war schon auf dem Heimweg heute Nacht«, sagte Djokovic: »So etwas passiert im Sport. Aber wenn du im Viertelfinale 2:0 vorn liegst und alles unter Kontrolle hast, dann ist das extrem unglücklich.«
»Ich habe keine Worte, um zu sagen, wie schwer es für mich ist«, sagte Musetti. »Es ist definitiv meine bitterste Aufgabe, wenn man bedenkt, wie gut ich gespielt habe und wenn man sich den Spielstand anschaut«, ergänzte der Weltranglistenfünfte aus Italien.
Djokovic trifft nun auf Sinner
Musetti verpasste damit seinen dritten Halbfinaleinzug bei einem Major. Es hätte am Freitag ein italienisches Duell mit dem Titelverteidiger Jannik Sinner auf ihn gewartet. Der Topfavorit bezwang am Mittwoch den US-Amerikaner Ben Shelton im Viertelfinale 6:3, 6:4, 6:4. So stellt sich nun Djokovic der Herausforderung gegen Sinner. Im anderen Halbfinale trifft Alexander Zverev am Freitag auf den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz aus Spanien.
Gegen Musetti schienen Djokovici die zusätzlichen zwei Tage Pause zunächst keinen Vorteil zu verschaffen. Der Serbe hatte kein Achtelfinale spielen müssen, weil sein Gegner Jakub Mensik verletzungsbedingt zurückzog. Die bereits bekannte Blase am Fuß machte ihm abermals zu schaffen, nach dem zweiten Satz ließ er sich neue Verbände anlegen.
Kurz darauf aber war es plötzlich sein Gegner, der behandelt werden musste. Musetti hatte Probleme mit den Adduktoren im rechten Oberschenkel. Danach versuchte der Italiener, der zuvor überragend gespielt hatte, die Ballwechsel kurzzuhalten – er spielte aber sichtlich gehemmt.
»Das ist nicht sein Spiel – ich bin mal gespannt, wie lange das gut geht«, sagte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport. Es ging nicht lange gut – nach 2:08 Stunden war die Partie beendet.
