Nach den Beschwerden zahlreicher Profis über zu viele Kameras bei den Australian Open haben die Tennisbosse Verständnis für den Unmut gezeigt und eine Analyse angekündigt. »Wir wollen mit den Spielern sprechen. Wir wollen wissen, was sie wollen und was sie brauchen. Die Anpassungen, die wir machen müssen, werden wir machen«, sagte Turnierdirektor Craig Tiley dem Tennis Channel.
Auch die Organisation der professionellen Tennisspielerinnen WTA versprach Unterstützung. »Spielerinnen haben ein Recht auf Bereiche abseits des Wettbewerbs, wo sie sich im Privaten erholen können«, teilte die WTA mit. »Bei WTA-Events haben wir bereits Schritte eingeleitet und die Präsenz von Kameras reduziert.« Man erwarte, dass Turnierveranstalter und Fernsehanstalten sich des Themas nach den Australian Open annehmen würden.
Gauff hatte Schläger zertrümmert
Auslöser der Diskussionen war ein Wutausbruch von Coco Gauff nach ihrem Viertelfinal-Aus gegen die Ukrainerin Jelina Switolina. Die US-Amerikanerin hatte in einem Moment, als sie dachte, unbeobachtet zu sein, ihren Schläger zertrümmert. Danach hatte sie angeprangert, dass Tennisprofis auf der Anlage unter ständiger Videobewachung stünden. Die Weltranglistenzweite Iga Świątek aus Polen hatte ihr zugestimmt und gefragt: »Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?«
Tiley versprach, auf die Aktiven zuzugehen. Allerdings verteidigte er die zunehmende Vermarktung des Tennissports auch. »Wir werden uns das angucken und wollen, dass die Spieler sich wohlfühlen. Aber wir wollen auch die Spieler und die Fans weiter näher zusammenbringen. Es ist ein schmaler Grat.«
